Elbers gegen Geisel - Düsseldorfs OB zeigt sich in TV-Duell mit Angriffslust und Arroganz

Ein fester Händedruck zur Begrüßung, ein Lächeln für die Fotografen – dann ging es für Oberbürgermeister Dirk Elbers (links) und seinen Herausforderer Thomas Geisel (SPD) in das einstündige Fernseh-Duell. Das erste politische Aufeinandertreffen der beiden wird am Samstag ausgestrahlt.
Ein fester Händedruck zur Begrüßung, ein Lächeln für die Fotografen – dann ging es für Oberbürgermeister Dirk Elbers (links) und seinen Herausforderer Thomas Geisel (SPD) in das einstündige Fernseh-Duell. Das erste politische Aufeinandertreffen der beiden wird am Samstag ausgestrahlt.
Foto: WAZ FotoPool
Lange ist es erwarten worden, jetzt fand es statt: Elbers gegen Geisel, CDU-Amtsinhaber gegen SPD-Herausforderer. Das Fernseh-Duell der beiden aussichtsreichsten Kandidaten für die Oberbürgermeister-Wahl am 25. Mai in Düsseldorf, angestoßen von Center TV, Antenne Düsseldorf und Rheinische Post, fand großes Medieninteresse.

Düsseldorf.. Öffentlichkeit war nicht zugelassen beim ersten Aufeinandertreffen von Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) und seinem Herausforderer Thomas Geisel (SPD). Dafür zahlreiche Journalisten. Die erlebten am Freitag Vormittag einen einstündigen politischen Schlagabtausch, den man sich schon früher gewünscht hätte. Beide machten deutlich, wofür sie stehen beim ersten direkten Vergleich für die Wähler, dem Dirk Elbers so lange aus dem Weg gegangen ist...

Die Kandidaten wie aus dem Ei gepellt: Dirk Elbers, die getönten Haare perfekt gefönt, im dunklen Anzug, weißem Hemd mit pinker Krawatte und weißem Einstecktuch. Thomas Geisel dagegen steht zu seinen gräulichen Haaren, trug grauen Anzug, hellblaues Hemd und rote Krawatte. Die Begrüßung der beiden war freundlich, man reichte sich die Hand für die Fotografen, lächelte in die Kameras. Dem OB wird’s schwer gefallen sein. Nicht wegen Geisel, sondern wegen der höllischen Schmerzen, die er nach seinem Hüftbruch noch hat – er hält sich nur mit „Hammer-Medizin“ auf den Beinen.

Die bekannte arrogante OB-Art

So freundlich die Begrüßung war, so heftiger wurde der Schlagabtausch. Insgesamt verlief der zwar manierlich, aber dennoch hitzig. Dominiert wurde das Duell durch die körperliche Präsenz von 1,97 Meter-Mann Elbers. Der blickte immer wieder auf den 1,70 Meter großen Geisel herunter. Manchmal gönnerhaft, manchmal müde lächelnd, mehr als einmal in seiner bekannten arroganten OB-Art, die man vom Privatmann Elbers gar nicht kennt. „Er hat doch keine Ahnung“, sagte er entweder nach Zustimmung heischend zu den drei Moderatoren Silke Lauenroth, Denisa Richters und Arne Klüh. Oder er ging Thomas Geisel direkt an: „Sie haben keine Ahnung“, „Sie wissen es nicht“, „Sie müssen das noch lernen“. Oder er beendete die Ansprache an den SPD-Kontrahenten überheblich mit „Mein Lieber“. Angriffe, auf die Geisel nicht einging und sie stehen ließ. Erst als die Kameras abgeschaltet waren, sagte er zu Journalisten „Das war despektierlich“. Geisel wirkte im Duell dadurch oft zu gelassen, ließ Angriffslust vermissen. Die zeigte Elbers umso deutlicher: Immer wieder unterbrach er seinen Herausforderer, versuchte, Geisel in die Defensive zu drängen und das Gespräch an sich zu ziehen („Das muss ja richtig gestellt werden“). Dadurch ergaben sich Wortgefechte, bei denen es die Moderatoren schwer hatten, dazwischen zu gehen.

Geisels Anfangsnervosität

Geisel dagegen, den man seine Anfangsnervosität im Vergleich zu Medienprofi Elbers durchaus anmerkte, wirkte staatsmännischer, getragener. Er wollte seine politischen Ziele und Visionen für Düsseldorf darstellen, Themen verkaufen. Dagegen wurde Elbers immer wieder emotional und unternahm im Ansatz genau das, was er der SPD im TV-Duell vorgeworfen hatte: Persönliche Angriffe.

Elbers der Wadenbeißer

Fazit: Elbers gab den Terrier, den Waden-Beißer, den man vom Herausforderer erwartet hätte. Elbers wirkte wie der Platzhirsch, in dem er seinen Amtsbonus ausspielte und immer wieder betonte, er sei schließlich in dieser Stadt geboren und aufgewachsen. Geisel dagegen wollte mit Politik punkten, zeigte sich als Schwabe trockener als der Rheinländer Elbers.

Und wie sieht’s politisch aus? Da wurden altbekannte Themen durchgekaut. Elbers betonte mehr als einmal die (von der SPD bezweifelte) Schuldenfreiheit der Stadt, Geisel die Wichtigkeit von bezahlbarem Wohnen und Investitionen in Schulen und Stadtteile. Politisch, das wurde beim Duell deutlich, sind beide auf Augenhöhe.

Für die Düsseldorfer Wähler ist es nach diesem Duell nicht einfacher, sich für einen der beiden zu entscheiden: Beide haben gute Argumente, beide haben auch weniger gute Argumente. Für das jeweilige Klientel wird dieses Duell aber eine Bestätigung ihrer schon vorab feststehenden Meinung sein.

 

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