Eine Hauptverkehrsader auch für Radler

Das Radeln auf der Karlstraße ist für Biker immer noch gefährlich. Für sie gibt es weder Radwege noch Schutzstreifen. Das soll sich ändern.
Das Radeln auf der Karlstraße ist für Biker immer noch gefährlich. Für sie gibt es weder Radwege noch Schutzstreifen. Das soll sich ändern.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Jetzt macht der Oberbürgermeister an einem der schwierigsten Knotenpunkten den Radfahrern den Platz frei. Dirk Elbers will (wie von Stadtteilpolitikern längst gefordert) eine der wichtigsten Hauptverkehrsstraßen in der City für die Biker umbauen: die Karlstraße.

Den Pedalern fehlt am Hauptbahnhof immer noch eine Verbindung zur nördlichen Innenstadt und Richtung Hafen. Nur die Karl- und Worringer Straße könnten die 1,3 Kilometer lange Lücke zwischen Stresemannplatz und Wehrhahn schließen.

Doch dort fahren täglich 30 000 Autos. Für viele Biker ist diese Verkehrsachse zu gefährlich, weil es keine Spuren oder Wege für sie gibt - und vor allem die Querung des unübersichtlichen Worringer Platzes dem einen oder anderen wie ein Himmelfahrtskommando vorkommt.

Nun kam eine von der Stadtspitze beauftragte Machbarkeitsstudie zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass auf der Karlstraße doch in jeder Richtung ein Fahrradtreifen möglich ist, ohne dass der Autoverkehr ausgebremst wird. Das hat den Oberbürgermeister überzeugt, der gestern selbst die Pläne für die neue rund 1,5 Millionen Euro teure Fahrradachse am Hauptbahnhof vorstellte und gar von einem „Leuchtturmprojekt“ sprach. Weil hier breite Fahrrad-Spuren nicht dazu führen, „dass darunter die Leistungsfähigkeit des motorisierten Verkehrs leiden muss“, so Elbers.

Möglich machte das eine genaue Analyse der Verkehrsverhältnisse auf der Karlstraße. Mit Hilfe eines Ingenieurbüros und detaillierten Verkehrszählungen fanden die Planer heraus, wo tatsächlich jeder Meter für die Autofahrer benötigt werde - und wo nicht. Die bis zu siebenspurige Karlstraße ist hier und da überdimensioniert - gerade hinsichtlich einiger Abbiegspuren, berichtet Verkehrsdezernent Stephan Keller. Mit einer Neuordnung auf der Fahrbahn werden trotz der Radstreifen weiter zwei bis drei Fahrspuren für die Autofahrer in jede Richtung möglich sein, so der Beigeordnete. Er nennt mehrere Beispiele, wie Platz gespart werden kann:

Die wenigen Autofahrer, die von der Karlstraße rechts in die Bismarckstraße zum Hauptbahnhof wollen, benötigen dafür keine eigene Abbiegspur.

Ebenso kann an der nächsten Kreuzung die Rechtsabbiegespur in die Friedrich-Ebert-Straße stark reduziert werden.

Viel zu lang ist Richtung Worringer Platz die Halbrechts-Spur zur Ackerstraße. Sie kann auch für den Geradeausverkehr genutzt werden.

Und in Gegenrichtung lässt sich in Höhe der Kurfürstenstraße die Linksabbiegerspur verkürzen.

Die zusätzlichen Flächen werden für die je 1,60 Meter breiten Fahrradspuren genutzt. Hinzu kommt ein Sicherheitsabstand zu den Stellplätzen von einem halben Meter.

Stephan Keller ist davon überzeugt: „Für die Radfahrer wird das eine sichere Verbindung.“ Sie werden auf der Straße deutlich besser von den Autofahrern erkannt als auf einem Radweg neben der Bordsteinkante. Nach der Fertigstellung im Jahre 2017 werden auch die Ampelphasen für Radler verbessert.

 
 

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