Ein Ticket für Bahn, Auto und Fahrrad

Michael Mücke
Mit einem Ticket können sowohl Bahn und Bus als auch Mieträder und Mietfahrzeuge genutzt werden. Foto-Montage: Lepke.
Mit einem Ticket können sowohl Bahn und Bus als auch Mieträder und Mietfahrzeuge genutzt werden. Foto-Montage: Lepke.
Foto: NRZ, 3v.l. AFP

Düsseldorf.  Drei Angebote – ein Preis. Zum ersten Mal können Verkehrsteilnehmer einer NRW-Großstadt mit einer einzigen Monatskarte Bahn und Bus fahren, sich ein Fahrrad oder sogar ein Auto leihen.

Die Rheinbahn bietet dieses Rundum-Paket ab März für 74,90 Euro im Monat in ihren beiden Kunden-Centern an der Heinrich-Heine-Allee und im Hauptbahnhof an. Dieses Kombi-Ticket mit dem Titel „Mobil in Düsseldorf“ hatte zuvor die Politik gefordert.

„120 Euro Mehrwert“

Jetzt stehen die Modalitäten fest, die unter Mitwirkung des städtischen Verkehrsdezernates zwischen den Beteiligten ausgehandelt wurden. Als Grundlage dient ein Ticket 1000, das normalerweise für das Düsseldorfer Stadtgebiet 63,05 Euro kostet. Auf diese Karte wird auch ein Chip des Car-Sharing-Anbieters Car2go angeklebt. Ebenso ist der Karten-Inhaber berechtigt, Fahrräder des Verleihers Nextbike zu nutzen, die an zahlreichen Standorten in der Innenstadt stehen. Vier Stunden am Tag darf ein Fahrrad kostenlos ausgeliehen werden, was eine Ersparnis von täglich vier Euro einbringt. Außerdem gibt es jeden Monat die ersten 90 Minuten in einem Leih-Pkw zum Nulltarif, das ist nochmals eine Ersparnis von mehr als 20 Euro.

„Das Mobilitätsticket ist zwar im Monat knapp zwölf Euro teurer als unser normales Ticket 1000, aber der Mehrwert liegt bei fast 120 Euro monatlich, wenn man das kostenlose Angebot voll nutzt“, betont Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. „Schon deshalb glaube ich, dass dieses Projekt ein Erfolg wird.“

Ausschlaggebend könnte neben dem Preis aber der Service sein. Denn im Rheinbahn-Kundencenter werden sämtliche Formular-Angelegenheiten erledigt – von der Registrierung für Car2go und Nextbike bis zu den Einzugsermächtigungen. Der Kunde spart außerdem die einmaligen Registrierungskosten von 30 Euro. „Wir bieten alles aus einer Hand“, berichtet der Rheinbahn-Sprecher.

Dieses Pilotprojekt ist in NRW einmalig und vorerst auf ein Jahr befristet. Schumacher: „Wir wollen Neukunden gewinnen, die auf ein Zweitauto oder vielleicht ganz auf ein eigenes Auto verzichten.“ Bei Bedarf wird die Angebotspalette erweitert – beispielsweise mit einem Abo-Ticket. Mit dem zweiten Car-Sharing- Anbieter DriveNow von BMW und Sixt will die Rheinbahn bald in Verhandlungen treten, um ein ähnliches Angebot machen zu können.

Die Ergebnisse der Kampagne wird ein Marktforschungsinstitut auswerten. Das fragt vor allem, ob die Kunden tatsächlich auf ein eigenes Auto oder einen Zweitwagen verzichten. Schumacher: „Das Wichtigste für die Stadt ist, dass der Parkdruck endlich nachlässt. Überall stehen Autos herum, die viele Stunden am Tag nicht nicht genutzt werden.“

Anreize zum Unsteigen

Die SPD-Fraktion begrüßt die Initiative. Ratsherr Matthias Herz: „Wir wollen die zahlreichen Angebote von öffentlich zugänglichen Verkehrsmitteln in Düsseldorf bündeln und damit attraktiver machen, indem wir die Nutzung der verschiedenen Verkehrsmittel durch ein gemeinsames Ticket verknüpfen und nur noch mit einer Stelle abgerechnet werden muss. So schaffen wir Anreize zum Umsteigen.“