Ein „Nohkicksel“ der Düsseldorfer Mundart

Düsseldorf ist eine Stadt von Welt. Klar, dass in der Landeshauptstadt eigentlich nur noch Hochdeutsch gesprochen wird. Doch hier und da in den Ecke der Stadt findet man doch noch wahre „Orijinale“. Mit denen kann man dann mal wieder „rechtech nohbern“ über den neusten „Klatsch on Trahtsch“ – ganz „jemötlich“ auf „Düsseldorwer Rheinesch“.

Wer hier nur Bahnhof versteht, dem sei das neue Werk von Heinrich Spohr ans Herz gelegt: Das Wörterbuch der Düsseldorfer Mundart. Vom „Allwähderbad“, dem Allwetterbad, bis zum Zooveehdel, dem Zooviertel, lassen sich über 120 000 Wörter und Begriffe in dem neuen Lexikon finden. „Es gibt viele Sachen, die Düsseldorf ausmachen. Aber dass Düsseldorfer rheinisch ist wie das Altbier, ist ein unverwechselbares Merkmal für die Landeshauptstadt“, erklärt Bruno Kehrein, der Verleger des neuen Werkes.

Fünfeinhalb Jahre haben der Autor Heinrich Spohr und der Gruppelo Verlag zahlreiche Düsseldorfer Begriffe zusammengetragen und sie nun in dem 400 Seiten starken Buch verewigt. „Wir haben bei der Recherche die Bedeutung und die Etymologie der Begriffe gesucht, mit Mundartkennern und Mundartsprechern in Lokalen, auf dem Markt und in den Stadtteilen gesprochen. Außerdem haben wir uns durch unzählige mundartliche Texte gearbeitet“, erklärt Spohr.

In dem Werk ist jedoch nicht nur das Wörterverzeichnis zu finden, sondern auch ein Grammatikteil und zahlreiche Beispiele, damit man die Worte dann auch richtig verwenden kann.

Auf veraltete Begriffe wurde in dem Wörterbuch komplett verzichtet, dafür wurden moderne Ausdrücke mit aufgenommen. So sagt ein Düsseldorfer Original nicht „Fingerfood“, sondern „Fengerhäppkes“, und der „Swimmingpool“ wird durch „Schwemmbecke“ ersetzt.

Auch für die Weihnachtszeit hält das Werk einige Begriffe parat: Denn bald kütt et Chresskengk. Und wer weiß, vielleicht liegt dann unterm „Chressboom“ neben den anderen „Jeschenken“ auch das „Nohkicksel“ von Heinrich Spohr.

 
 

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