Ein Herz für die Fußgänger

Um das erlaubte Parken auf dem gehweg ist ein Streit entrbannt.

Düsseldorf. Die Parkraum-Not ist groß. Die Stadt hat deshalb schon vor etlichen Jahren auf bestimmten Anwohnerstraßen das Parken auf dem Bordstein und auf dem Gehweg erlaubt - und findet auch heute noch hier und da einen Platz für Autos.

Doch SPD, Grüne und der Fahrradclub ADFC sehen dieses Vorgehen kritisch. Weil radelnde Kinder, Senioren mit Rollatoren, Rollstuhlfahrer und Mütter und Väter, die einen Kinderwagen vor sich schieben, blockiert werden.

Jetzt hat der ADFC sich sogar beim NRW-Verkehrsministerium beschwert. Denn Düsseldorf als Mitglied der „Fahrradfreundlichen Städte“ dürfe Parken auf dem Gehweg nicht erlauben, meint Rüdiger Heumann, Vize-Vorsitzender des ADFC -Düsseldorf.

Der Beigeordnete Stephan Keller hatte erst vor kurzem im Ordnungs- und Verkehrsausschuss erklärt, dass alles legal sei. Die Straßenverkehrsordnung gibt der Kommune das Recht, mit einem Sonderzeichen das Parken auf Gehwegen zu erlauben. Zwar müsse weiter der „unbehinderte Verkehr von Fußgängern“ möglich sein - auch für Rollstuhlfahrer und mit Kinderwagen. Aber Vorgaben über Mindestbreiten gebe es hierfür nicht. Zudem müsse die Stadt nicht auf der ganzen Länge eines Gehwegs einen möglichen „Begegnungsverkehr von Rollstuhlfahrern“ gewährleisten. Hierfür würden Ausweichstellen wie Ausfahrten, Baumscheiben und Zwischenräume zwischen parkenden Fahrzeugen reichen.

„Diese Auffassung halten wir für rechtswidrig“, entgegnet Rüdiger Heumann vom ADFC. „Wir fordern die Verwaltung auf, den Gehweg wieder zu dem zu machen, was er auch von Gesetz wegen sein soll: ein Weg und eine Aufenthaltsfläche für Fußgänger!“

Der ADFC fragt sich, wie Kinder auf zu geparkten Gehwegen noch radeln können. Auf die Fahrbahn dürfen sie nicht ausweichen. Müssen sie also absteigen?

Düsseldorf als Mitglied im Club der „Fahrradfreundlichen Städte“ müsse dafür sorgen, dass Kinder ungehindert Rad fahren können, findet der ADFC.

Er hat mehrere Situationen, wo kaum noch Freiraum auf Gehwegen ist, auf der Achillesstraße und Drakestraße in Oberkassel sowie auf der Sophienstraße in Benrath fotografiert und an das Verkehrsministerium geschickt. Dort hieß es: „Ihre Bilder sind sehr aussagekräftig.“ So etwas können die Kommunen „nicht dulden.“

Dezernent Stephan Keller wiederum weist darauf hin, dass das Parken auf dem Gehweg „häufig auf Wunsch der dortigen Anwohner und der zuständigen Bezirksvertretung“ legalisiert wurde.

 
 

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