Ein Bilker kämpft für Fahrradhäuschen

Jo Achim Geschke
Mathias Stenigk neben dem Model eines Fahradhäuschens.
Mathias Stenigk neben dem Model eines Fahradhäuschens.
Foto: NRZ

Düsseldorf.  In Hamburg gibt es bereits 350, auch in Dortmund und Essen stehen sie bereits: Fahrradhäuschen, in denen 12 Räder senkrecht aufgehängt werden, und die so vor Dieben und Regen sicher im abgeschlossenen Holzbau stehen. Doch die Initiative des Bilker Mathias Steinigk, mit Nachbarn auf eigene Kosten ein solches Häuschen an der Himmelgeister Straße aufzustellen, wurde vom Verkehrsmanagement abgelehnt. Aber Radler Steinigk (38) gab nicht auf - und nun kommt das Thema doch noch in den Verkehrsausschuss.

Zwölf Räder unter einem Dach

„Ich hatte von der Hamburger Idee gehört und daraufhin meine Nachbarn gefragt. Die waren interessiert mitzumachen“, schildert der leidenschaftliche Radfahrer die Entstehung seiner Initiative im vorigen Jahr. „Die in der Stadt üblichen Ständer für Räder nehmen viel mehr Platz weg, außerdem müssen sie einbetoniert werden. Dazu kommt, dass die Räder oder Einzelteile von professionellen Dieben gestohlen werden können“, argumentiert Steinigk.

Ein Fahrradhäuschen nach Hamburger oder Dortmunder Modell wird abends abgeschlossen. Die Benutzer teilen sich die Kosten von rund 7500 Euro, in anderen Städten gibt es dafür auch Zuschüsse bis etwa 3000 Euro, rechnet Steinigk vor. „Die Häuschen brauchen nur etwa sieben Quadratmeter Fläche, das entspricht etwa einem Parkplatz für einen Smart.“ Für eine Gemeinschaft von 12 Radlern kommen für den Bau und die Einrichtung einmalig etwa 200 bis 250 Euro zusammen. „Mit der Stadt wird dann ein Vertrag geschlossen, dass die Häuschen von den Benutzern sauber gehalten und Graffiti entfernt werden. Außerdem tragen sie auch die Kosten für die Versicherung, und auch Material und Farbe können festgelegt werden.“

Zwei Standort hat der Bilker bereits ausgesucht: Auf breiten Bürgensteigen an der Himmelgeister Straße Ecke Clemensstraße und an der Ecke Chlodwigstraße. Für Steingik, der mit Frau und Kindern viel mit dem Rad unterwegs ist, weil die Familie das Auto abgeschafft hat, sind die Häuschen der beste Schutz vor Diebstählen, „und sie nehmen keinen Parkplatz weg!“ Doch seine Initiative wurde vom Verkehrsmanagement abgelehnt. Auf eine Anfrage der Bezirksvertretung 3, die das Projekt unterstützt, antwortete Amtschefin Andrea Blome im Oktober vorigen Jahres, die Fahrradhäuschen „können im Straßenraum nicht stadtverträglich untergebracht werden.“ Zu deutsch: Die passen hie nicht hin.

Doch dazu ist das letzte Wort nicht gesprochen: Am 15. Mai diskutiert der Verkehrsausschuss über die Fahrradhäuschen.