Ehemann ersticht seine Frau

Im Wohnhaus Liefeld 13 in Oberbilk wurde eine 34-jährige Mutter vom Ehemann erstochen. Foto: Lars Heidrich
Im Wohnhaus Liefeld 13 in Oberbilk wurde eine 34-jährige Mutter vom Ehemann erstochen. Foto: Lars Heidrich
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf. Die Töchter waren längst im Kindergarten, da gerieten die Eltern zu Hause in ihrer Wohnung in Düsseldorf-Oberbilk wieder in Streit. Plötzlich griff der Ehemann zum Messer und stach mehrmals in die Brust seiner Frau und tötete sie.

In Düsseldorf-Oberbilk erstach am Freitag ein Mann seine Frau. Die 34-jährige Mutter von drei Kindern sackte nach der Attacke auf den Boden und erlag noch vor Ort ihren schweren Verletzungen. Blutiges Ende eines Familiendramas.

Freitag, 11.44 Uhr, Polizeipräsidium Jürgensplatz. Ein Disponent der Leitstelle nahm den Notruf 110 entgegen. Eine männliche Stimme meldete sich. Er habe gerade seine Frau getötet, sagte der Anrufer und nannte die Adresse. Wenige Minuten später rasten drei Streifenwagen und der Notarztwagen in die Straße „Im Liefeld“ im Oberbilker Gewerbegebiet. Vor dem schlichten Mehrfamilien-Wohnhaus Nummer 13 wartete der Täter auf die Einsatzkräfte. Er ließ sich widerstandslos festnehmen, wurde zum Streifenwagen geführt und wenig später zum Verhör ins Präsidium gebracht.

Angehörige nahmen Kinder in Obhut

In der Wohnung der zweiten Etage lag die blutüberströmte Frau. Der Notarzt konnte nichts mehr für sie tun. Seine Reanimationsversuche blieben vergeblich. Die Polizei informierte sofort das Jugendamt. In dieser dramatischen Situation sollten die drei- bis fünfjährigen Töchter sich nicht auf den Weg nach Hause machen. Sie wurden von Angehörigen in Obhut genommen. Das Jugendamt kümmert sich außerdem um die psychologische Betreuung der Kinder.

Die Polizei sperrte das viergeschossige Wohnhaus mit einem Flatterband ab. In den nächsten Stunden hatten die Experten der Kriminaltechnischen Untersuchungsstelle (KTU) mit der Spurensicherung genug zu tun. Die Leiche der Frau wurde in die Gerichtsmedizin gebracht und noch am frühen Abend obduziert. Das Tatmesser stellten die Ermittler in der gemeinsamen Wohnung des Ehepaares sicher. Augenzeugen gibt es nicht. Zum Tatzeitpunkt waren die Eheleute allein in der Wohnung.

Auf der Straße versammelten sich einige Anwohner, andere schauten mit ratlosen Gesichtern aus den Fenstern. „Schon seit zwei Jahren hatten die beiden immer wieder Streit“, berichtete ein Nachbar. „Ich hatte befürchtet, dass da mal etwas passiert. Aber wer rechnet gleich mit so etwas...?

Staatsanwalt spricht von Totschlag

Der 31-jährige Täter zeigte sich in der stundenlangen Vernehmung geständig. Zu seinem Motiv will Staatsanwaltschaft Christoph Kumpa nicht ins Detail gehen. Die Gründe für die Bluttat seien „ausschließlich im persönlichen Bereich zu sehen“, sagte er nur. Am Samstag wird Kumpa beim zuständigen Haftrichter gegen den 31-Jährigen Haftbefehl wegen Totschlags beantragen.

Die Eheleute stammen aus Skopje in Mazedonien. Sie lebten schon seit Jahren in Oberbilk. Den Unterhalt soll der 31-Jährige mit Autoverkäufen bestritten haben.

 
 

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