Ehe-Drama erschüttert „Menschen für Monheim“

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Monheim.. Das in Monheim tot aufgefundene Paar hatte bei der Kommunalwahl für die Wählergemeinschaft „Menschen für Monheim“ kandidiert. Bekannte sind fasslungslos nach der Tat. Der Mann hatte seine Ehefrau und danach sich selbst erschossen.

„Freundlich“, „hilfsbereit“, „engagiert“: diese Worte fallen wenn Ratsfrau Lilo Friedrich von „Menschen für Monheim“ über Norbert D. (55) und Petra S. (42) spricht. Tiefe Erschütterung schwingt in ihrer Stimme mit. Gemeinsam mit dem Ehepaar hatte Friedrich bei der Kommunalwahl 2009 für den Stadtrat kandidiert, seit Dienstagabend sind die beiden tot. Nach Polizeiangaben erschoss D. zunächst seine Ehefrau. Anschließend richtete er die Waffe gegen sich selbst.

„Die Nachricht hat mich tief schockiert, weil ich beide gut kannte“, gewährt Friedrich einen kurzen Einblick in ihr Innenleben. „Ich hätte mir so etwas nie vorstellen können. Aber man weiß nicht wirklich was in den Menschen vor sich geht.“ Eine Erklärung für das tödliche Ehe-Drama habe sie nicht parat. Gerüchte, dass S. sich von ihrem Mann trennen wollte, hätte sie vernommen. Aber: „Ich weiß nicht, ob dies der Wahrheit entspricht.“

Kampf gegen Korruption und Mauschelei

Das „sympathische, zurückhaltende“ Paar hätte sich seit den Anfängen für die Wählergemeinschaft engagiert. Gartenarchitekt D. hatte sich den Kampf gegen Korruption und Mauschelei auf die Fahnen geschrieben. „Ich werde mich gegen Vetternwirtschaft, Parteienfilz und Korruption im Monheimer Rat einsetzen“, lautete sein Wahlspruch zur Kommunalwahl. Seine Frau, die als PR-Managerin bei einem Unternehmen aus der Pharma-Industrie arbeitete, wollte sich für eine „lebendige und selbstbewusste Stadt Monheim“ stark machen. Den Sprung in den Stadtrat schafften jedoch beide nicht. „Die Peto hat ja alles abgeräumt, da gab es keine Chance“, erinnert sich Friedrich. Zum letzten Mal gesehen hat sie das Paar vor der Sommerpause. „Es gab da überhaupt keine Anzeichen, dass so etwas passieren könnte.“

Wortkarg gibt sich Ralf Volgman, Vorstandschef von „Menschen für Monheim“. „Bestürzt und erschrocken“ sei er. Das Paar habe er von der gemeinsamen Vorstandsarbeit gekannt. Der ehemalige Marineangehörige sei ein „unterhaltsamer Mensch“ gewesen. Dessen Frau habe er als ausgesprochen nette Person wahrgenommen. „Ich finde das alles sehr, sehr schlimm“, so Volgmann.

 
 

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