Düsseldorfs vorbildlicher Radweg

Niklas Tröschel
Verkehrsdezernent der Stadt Düsseldorf Stephan Keller eröffnet die Bauarbeiten zum neuen Radweg am Kirchplatz
Verkehrsdezernent der Stadt Düsseldorf Stephan Keller eröffnet die Bauarbeiten zum neuen Radweg am Kirchplatz
Foto: NRZ
Verkehrsdezernent Stephan Keller will mehr Sicherheit zwischen Bilker Arcaden und Heinrich-Heine-Allee.

Seit gestern Vormittag wird zwischen Bilker Arcaden und Heinrich-Heine-Allee ein insgesamt vier Kilometer langer Radfahrstreifen angelegt. Damit ist nach langwieriger Planung der erste Grundstein für das neuen Düsseldorfer Radhauptnetz gelegt. Für diesen mustergültigen Radweg der NRW-Landeshauptstadt machen die alten Straßenbahnhaltestellen Platz, die nach Eröffnung der Wehrhahnlinie überflüssig geworden sind.

Neben den neuen Markierungen werden etwa 20 Ampeln fahrradfreundlicher taktiert und bauliche Überbleibsel der Straßenbahn an das neue Konzept angepasst. Bis zur Fertigstellung am 9. September soll für 350 000 Euro auf der stark befahrenen Strecke mehr Sicherheit gewährleistet sein.

Obwohl es sich nur um ein Provisorium handelt – bereits 2018 ist ein wesentlich umfangreicherer Umbau an selber Stelle geplant – legt Dezernent Stephan Keller großen Wert auf die neue Route: „Es ist mehr als nur ein Eimer Farbe. Nachdem die Wehrhahnlinie fertig wurde, musste die Verbesserung einfach kommen.“ Vorbild ist der Radweg am Oberbilker Markt entlang der Kölner Straße.

Es ist eines der ersten Teilstücke des neuen Radhauptnetzes, die (tatsächlich) realisiert werden. Ziel der Ampelkoalition: 80 Prozent des Ausbaus bis zum Ende der Wahlperiode fertigstellen. „Um das zu erreichen, müssen wir uns ganz schön sputen“, gibt Keller zu.

Bereits die Planungsarbeiten verlaufen schleppend. „Teilweise können wir nur die Hälfte von dem bearbeiten, was auf unserem Tisch kommt“, berichtet Burkhard Karp, Vertreter des Verkehrsclub Deutschland (VCD) in der Fachgruppe Radverkehr: „Es ist allerdings nicht einfach, Konzepte zu erstellen, mit denen alle zufrieden sind.“ Er freut sich jetzt über die ersten erkennbaren Schritte. Ganz und gar zufrieden sind VCD und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club mit dem Status quo aber nicht: „Uns geht es zu langsam voran. Wir würden gerne eine Nord-Süd-Achse sehen, die an weitere Fahrradwege angebunden ist und nicht einfach ohne Anschluss endet.“

Mehr Kontrollen gegen Falschparker

Beim Sicherheitskonzept des verantwortlichen Verkehrsingenieurs Steffen Geibhardt dreht sich alles um das Motto „sehen und gesehen werden“. „Die meisten Unfälle in Düsseldorf werden durch Autofahrer verursacht, die Radler beim Abbiegen nicht bemerken. Mit neuen Ampeln können wir aktiv dagegen wirken.“ Durch die Bauarbeiten kommt es in den nächsten Monaten zu Verkehrsbehinderungen. Für Geibhardt ist der Zeitpunkt gut gewählt: „Es wird traditionell zur Ferienzeit mehr gebaut. Wenn wir Flächen umverteilen, sind Störungen allerdings nicht zu vermeiden.“

Vielen Radfahrern macht vor allem Sorgen, dass immer wieder Autofahrer in zweiter Reihe parken und Radwege blockieren. Die Rollerstaffeln der Polizei führen nach Angaben von Stephan Keller bereits regelmäßig Kontrollen durch. Trotzdem verspricht er ab September mehr Engagement: „Nach Fertigstellung des Radwegs werden wir hier verstärkt Kontrollen durchführen.“