Düsseldorfs OB scheut wohl Vergleich mit seinem Herausforderer

Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) soll einen Beitrag im Magazin des Chinesischen Industrie- und Handelsverbandes in Deutschland verweigert haben.
Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) soll einen Beitrag im Magazin des Chinesischen Industrie- und Handelsverbandes in Deutschland verweigert haben.
Foto: WAZ
Wenige Wochen vor der Kommunalwahl soll Düsseldorfs Oberbürgermeister Elbers eine Veröffentlichung im Magazin des in der Landeshauptstadt ansässigen „Chinesischen Industrie- und Handelsverband in Deutschland“ verweigert haben – weil auch SPD-Gegenkandidat Thomas Geisel zu Wort kommen sollte.

Düsseldorf.. Die Nerven bei Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) liegen wenige Wochen vor der OB-Wahl am 25. Mai offenbar blank, der Amtsinhaber scheint immer dünnhäutiger zu werden. Denn wie unsere Redaktion erfuhr, soll er eine Veröffentlichung im Magazin des in Düsseldorf ansässigen „Chinesischen Industrie- und Handelsverband in Deutschland“ verweigert haben – weil auch SPD-Gegenkandidat Thomas Geisel zu Wort kommen sollte.

Der bundesweit tätige Verband hatte beide gebeten, einen Persönlichkeits-Fragebogen zu beantworten, der regelmäßig in seinem Magazin erscheint. Als der OB erfahren hat, dass auch sein Gegenkandidat zu Wort kommen soll, hat er nach Informationen unserer Redaktion verlangt, dass dies nicht geschieht – und die Beantwortung abgelehnt. Der Chinesische Industrie- und Handelsverband hat daraufhin komplett umgeplant und wird auch den Fragebogen von Thomas Geisel nicht veröffentlichen.

Fassungslosigkeit über das Verhalten des CDU-Mannes in SPD-Kreisen: „Das Angst- und Schweigekartell des amtierenden OB liegt auf einer Linie mit seinen Bemühungen, Geisel von Empfängen und offiziellen Terminen fernzuhalten. Elbers hat offensichtlich Angst vor einem Vergleich oder will unsinnigerweise in der Öffentlichkeit und bei internationalen Partnern den Eindruck verwischen, dass es einen anderen Bewerber auf Augenhöhe gibt.“

Thomas Geisel, so ist zu hören, bedauert, dass nun auch sein bereits ausgefüllter Fragebogen nicht veröffentlicht wird, überlässt diese Entscheidung aber selbstverständlich dem chinesischen Verband.

Weil Dirk Elbers derzeit in Japan ist, gab es aus seinem Büro keine Stellungnahme zum Vorfall.

 

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