Düsseldorfs erster schwimmender Imbiss steht vor Eröffnung

Stephan Wappner
Das Döner-Schiff "Düsstanbul" im Golzheimer Yachthafen in Düsseldorf.
Das Döner-Schiff "Düsstanbul" im Golzheimer Yachthafen in Düsseldorf.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Eine ausfühliche Behörden-Tour hatte Hüseyin Soylu in Düsseldorf zu absolvieren, um den ersten schwimminden Döner-Imbiss in der Landeshauptstadt zu eröffnen. Jetzt wartet Soylus Schiff „Düsstanbul“ nur noch auf eine Genehmigung: grünes Licht vom Sportamt.

Düsseldorf. Nicht nur die Mitarbeiter des türkischen Konsulats stehen mittlerweile jeden Mittag Schlange am Imbisswagen an der Cecilienallee. Es sind auch Leute aus vielen anderen Büros in der Gegend, die auf einen leckeren, saftigen Döner von Hüseyin Soylu nicht verzichten wollen. Lange schon plant der Geschäftsmann eine neue Gastro-Attraktion in der Landeshauptstadt. Das erste Dönerschiff auf dem Rhein! Dem Boot, das fest im Yachthafen Golzheim vor Anker liegt, hat Soylu den Namen „Düsstanbul“ gegeben. Hier soll es bald, wie im Hafen von Istanbul, Döner und Bratfisch geben. Doch noch wartet der Unternehmer auf die Genehmigung vom Sportamt.

„Ich hoffe, dass wir bald loslegen können“, sagte Soylu schon vor Wochen. Der Döner-Spezialist hatte eigentlich damit gerechnet, dass „Düsstanbul“ am 7. September im Rahmen des Stadtjubiläums eröffnen kann. Ende 2012 hatte er das Schiff gekauft und mit großen Einsatz umgebaut. Das kostete Zeit und Geld.

Bauaufsicht, Wasser- und Schifffahrtsamt und Sportamt müssen Okay geben

Aber Soylu hielt durch, sagte sich, er werde das Schiff schon schaukeln. Doch dann vergaß er, sich Genehmigungen der Bauaufsicht, des Wasser- und Schifffahrtsamtes und des Sportamtes geben zu lassen.

Aktuell wartet Soylu aber nur noch auf grünes Licht von Sportamtsleiter Udo Skalnik. Der stellt jetzt in Aussicht, dass es wenige Tage nach der nächsten Sportausschuss-Sitzung am morgigen Mittwoch, 16. Oktober, endlich soweit sein wird und eine Entscheidung fällt. Soylu hat die erforderlichen Papiere schon am 21. August eingereicht, „und das war“, so Skalnik, „ein wirklich dickes Paket. Es hat die Ausschuss-Sitzung am 13. September leider aber nicht mehr erreicht“. Die nächste Sitzung ist morgen.

Am Anleger im Golzheimer Hafen nahe der Theodor-Heuss-Brücke wird es also wohl bald einen schwimmenden Imbiss nach Istanbuler Geschmack geben. Während in der Millionenstadt am Bosporus der Bratfisch frisch aus dem Fluss geangelt wird, kommt der „Düsstanbul“-Fisch frisch vom Duisburger Großmarkt.

Döner-Imbiss-Wagen auf Cecilienallee bleibt

Die Idee für die Döner-Dependance unter der Theodor-Heuss-Brücke hatten übrigens die Brüder Lopez, beide Fast-Food-Fans und Mitglieder im Düsseldorfer Yachtclub (DYC). Carlos Lopez hat vor einiger Zeit die ehemalige Westbrücke des DYC erworben und verpachtet nun an den Döner-Spezialisten Soylu.

An diesem Mittwoch müsste der Sportausschuss nun dem Antrag zustimmen, dass die „Düsstanbul“-Fläche, die bislang vom Wassersportverein genutzt wurde, jetzt gewerblichen Zwecken dienen soll. Sportamtsleiter Skalnik ist zuversichtlich: „Dann arbeiten wir mit Herrn Soylu einen Vertrag aus, und dann kann’s losgehen!“

Nach dem „Düsstanbul“-Start wird Hüseyin Soylu übrigens auch weiterhin aus dem Imbisswagen an der Cecilienallee heraus Fleisch in Brottaschen an die Mitarbeiter aus dem umliegenden Büros verkaufen. Das macht er dort schon seit etwa 20 Jahren.

Seine Sondergenehmigung wird dort allerdings erlöschen, sobald das türkische Konsulat Ende 2014 nach Heerdt umzieht. Soylu plant dann, seinen Imbiss-Wagen auf der anderen Rheinseite aufzustellen.