Düsseldorfs bunter Bunker soll Spielplatz werden

Der Bunker an der Aachener Straße / Karolingerstraße bliebt wohl stehen.
Der Bunker an der Aachener Straße / Karolingerstraße bliebt wohl stehen.
Foto: Kai Kitschenberg
Düsseldorfs bunter Bunker bleibt wohl stehen. Nachdem die Abrissgegner vor einem Vierteljahr einen Antrag auf Unterschutzstellung des Klotzes an der Ecke Aachener Straße/Karolingerstraße erwirkt haben, ist lange nichts passiert. Doch am Freitag kam die erlösende Mitteilung von der Stadt.

Düsseldorf.  „Das Verfahren zum Eintrag in die Bundesdenkmalliste wird aufgrund des Fachgutachtens eingeleitet“, heißt es im Schreiben der Stadt. Damit folgte die Verwaltung der Expertise des Landschaftsverbandes Rheinland.

Große Freude bei den Leuten der Pro-Bunker-Initiative, die seit vielen Monaten um den Erhalt des Kriegsreliktes kämpft. Vor Ort denkt man nun schon weiter. „Wir wollen den Bunker nicht nur erhalten, wir wollen ihn zu einem Schmuckstück machen“, sagt Horst Kraft von der Bürgerinitiative. Der Hochbunker, der lange Jahre leer stand, soll nach dem Willen vieler Bilker kulturelles Zentrum werden. Oder ein „riesiger Indoor-Spielplatz, von denen gibt es in Düsseldorf ja nicht so viele“, schlägt Kraft vor.

Marco Kieser, Gutachter beim Landschaftsverband Rheinland, hat am 21. Juli die „Präzisierung“ des Denkmalwertgutachtens von Ende März an die Untere Denkmalbehörde geschickt. „Jetzt sind die Düsseldorfer am Zug“, sagte Kieser noch vor wenigen Tagen.

Eine Gefahr für die Kinder

Thomas Geisel schaltete sich inzwischen auch ein. Der künftige Oberbürgermeister hat sich mit den Abrissgegnern im Viertel getroffen. „Ganz abgesehen von den Belangen in Sachen Denkmalschutz kann ich mir nicht vorstellen, dass ein solcher Abriss problemlos vonstatten gehen kann“, so der SPD-Mann zur NRZ. Zudem würde das Projekt auch den Zugang zur Musikschule und den Kindergarten im Hinterhof gefährden, so Geisel. Das sind die gleichen Argumente, die die Abrissgegner seit Monaten anführen: Bei einem Abriss käme es zu einer nicht zu händelnden Baustelle und somit zu einem Sicherheitsproblem für die „Wawuschels“-Kindergartenkinder und für die Kids der Clara-Schumann-Musikschule. Im Abrissfall würde auch die Straßenbahn der Linie 712 monatelang an der Aachener Straße nicht fahren können.

Die Abrissgegner kämpfen schon lange um den Erhalt des fünf Stockwerke hohen Klotzes, dessen Fassade das XXL-Wandbild des Düsseldorfer Malers Klaus Klinger ziert. „Wenn der Bunker unter Denkmalschutz gestellt wird, kann er zwar immer noch abgerissen werden, aber es wird praktisch immer schwieriger, das auch durchzukriegen, auch finanziell“, sagt Peter Schulz, einer der Organisatoren der Bürgerinitiative.

Bereits Ende Januar hatte der Ur-Bilker mehr als 1000 Unterschriften den Politikern in der BV 3 vorgelegt. Der 62-Jährige ist Initiator einer Online-Petition, die auf der Webseite www.bilker-pro-bunker.de Tausende Unterschriften zu verzeichnen hat.

Die Investorfirma, die Düsseldorfer Emscher Wohnen GmbH, plante bislang, den Bunker durch Lockerungssprengungen abzutragen und an dieser Stelle hochpreisiges Wohnen anzubieten. Schon lange lag dem Bauamt das zweite Abbruchkonzept vor.

Ein altbekannter Düsseldorfer hat sich vor einigen Wochen mit einem offenen Brief an die Stadt gewandt. Vielleicht hat auch das geholfen. „Es gibt Bauten, die nicht verschwinden dürfen“, sagte Schriftsteller Dieter Forte, der mittlerweile in Basel lebt, der ab er ganz persönliche Erinnerungen an den Bunker hat. „Wenn Ortsfremde früher von mir den Luftkrieg erklärt haben wollten, zeigte ich ihnen die Hochbunker in Bilk – sie verstanden und hatten keine Fragen mehr“, so Forte, nach dem in Eller eine Gesamtschule benannt ist. „Lassen wir den Bunker stehen!“

 
 

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