Düsseldorfer wollen Schadowstraße komplett als Fußgängerzone

Noch müssen die Fußgänger an der Ampel auf der Schadowstraße auf Grün warten, bevor sie gehen dürfen. Künftig soll die Straße ganz ihnen gehören.
Noch müssen die Fußgänger an der Ampel auf der Schadowstraße auf Grün warten, bevor sie gehen dürfen. Künftig soll die Straße ganz ihnen gehören.
Foto: NRZ
Die Mehrheit der Düsseldorfer wünscht sich, dass die Schadowstraße komplett zur Fußgängerzone wird. Noch gibt es aber keinen neuen Ratsbeschluss.

Was hat man nicht alles schon für Ideen für die Schadowstraße gehabt: Autos, Radfahrer und Fußgänger sollten die Straße in ihrer kompletten Breite gemeinsam nutzen, Autos sollten sie nur in Richtung Wehrhahn befahren oder ganz von ihr verbannt werden – was mit der Schadowstraße passiert, wenn zum Start der Wehrhahnlinie Anfang 2016 die Straßenbahnen von ihr verschwinden, war lange strittig.

Jetzt scheint die Lösung gefunden zu sein: SPD, Grüne und FDP haben in ihrer Kooperationsvereinbarung festgelegt, dass die Einkaufsstraße rund um die Uhr zur Fußgängerzone werden soll. Damit liegen die Parteien auf einer Linie mit der Mehrheit der Bürger. 79 Prozent der Befragten des neuen NRZ-Bürgerbarometers sprachen sich für diese Lösung aus.

Fußgängerzone nur bis abends?

Auch der City-Ring Schadowstraße würde das begrüßen. Verbandssprecher Torsten Außem sprach sich für eine dauerhafte Verbannung der Autos aus, „mindestens aber während der kompletten Ladenöffnungszeiten bis 20 Uhr.“

Noch sieht der jüngste Ratsbeschluss zu diesem Thema vor, dass Autos ab 18.30 Uhr wieder über die Einkaufsstraße rollen können. „Aber da ist man sicher flexibel“, sagt Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement mit Blick auf einen neuen Ratsbeschluss zur Schadowstraße. Dabei die einzige Bedingung: Das Parkhaus an der Bleichstraße muss weiterhin für die Autos erreichbar bleiben.

City-Ring will stärker eingebunden werden

Durch die Neugestaltung als Fußgängerzone erhoffen sich die Geschäftsleute, dass die Schadowstraße ihrem traditionellen Ruf als Einkaufsmeile endlich wieder gerecht werden kann. „Früher zählte die Schadowstraße zu den höchstfrequentierten Straßen in Deutschland. Die letzten Jahre war sie jedoch von Baustellen gebeutelt“, hofft auch Sven Schulte, Handelsreferent der Industrie- und Handelskammer, auf eine Wiederbelebung.

Zwar sei mit Primark bereits ein neuer Frequenzbringer auf der nördlichen Seite hinzugekommen, so Außem, doch was den Besatz mit attraktiven Geschäften angehe, habe die Straße noch Potenzial. „Ich stelle mir eine richtig schöne Fußgängerzone vor mit Außensitzplätzen, Brunnen, Gastronomie. Warum soll man nicht auch mal über ein Brauhaus nachdenken?“, sagt der City-Ring-Sprecher und wünscht sich ein Bekenntnis der Stadt, dass der Verband künftig stärker in die Planung einbezogen wird.

Stadt will alle Anwohner und Beteiligten einbeziehen

Das bekommt er von Blome. „Selbstverständlich werden alle Anwohner und Beteiligten miteinbezogen. Es wird Workshops geben, in denen zum Beispiel Fragen zum Pflaster, zur Möblierung und Beleuchtung diskutiert werden“, so die Leiterin des Verkehrsamtes: „Wir planen nichts hinter verschlossenen Türen.“

 
 

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