Düsseldorfer Taxifahrer beklagen Knöllchen-Flut

Taxifahrer und sie Stadt Düsseldorf sind im Streit.
Taxifahrer und sie Stadt Düsseldorf sind im Streit.
Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool
Die Taxifahrer in Düsseldorf sind sauer. Sie beklagen, dass die Stadtverwaltung rigide und mit einer Knöllchen-Flut gegen sie vorgehe.

Düsseldorf.. 1000 Taxen für Düsseldorf wären genug, aktuell gibt es aber fast 1350. Taxifahrer und deren Anwälte behaupten jetzt: Um den Überhang abzubauen, geht die Stadt immer härter gegen Taxifahrer vor. Die so ausgelöste Knöllchen-Flut sorgt beim Amtsgericht für immer mehr Prozesse. Schwerpunkte: Ratinger Straße und Heinrich-Heine-Allee. Taxi-Chef Dennis Klusmeier beklagt: „Hier wird mit Kanonen auf Fliegen geschossen, nicht mal auf Spatzen!“

Die Stadt weist das zurück – und hat nicht in allen Verfahren auch Erfolg. Nachts war ein Taxifahrer (35) an der Ratinger Straße von einem Kontrolleur angezeigt worden, zog gegen 60 Euro Buße aber vor Gericht. Er habe einen Fahrgast abgesetzt und wenden wollen, als ein Passant fragte: „Sind Sie frei?“ In dem Moment war eine Buße für den Fahrer unvermeidlich. Lehnt er die Fahrt ab, droht Bußgeld wegen Beförderungsverweigerung.

Taxifahrer in Düsseldorf "sind Freiwild"

Da er die Fahrt annahm, sollte er zahlen, weil er außerhalb der Taxizone auf Kunden gelauert habe. Sein Anwalt: „Er hatte nach dem Aussteigen des Fahrgastes die Uhr auf „Frei“ geschaltet, dabei geht direkt das Licht vom Dachschild an.“ Ergebnis: Das Verfahren wurde eingestellt auf Kosten der Staatskasse.

Solche Praktiken der Kontrolleure beklagt auch Anwalt Hans-Jürgen von Stosch. Er habe rund 100 Verfahren gegen Taxifahrer wegen ähnlicher Vorwürfe an der Ratinger Straße. Der Anwalt spricht von „Kontrolle total“: „Offenbar sind Taxifahrer zum Freiwild geworden.“ Von Stosch glaubt, die Stadt wolle mit rigiden Kontrollen durch die Zahl der Taxi-Lizenzen reduzieren: „Und stets wird behauptet, die Fahrer hätten einen ‚schweren Verstoß‘ begangen.“

Anwalt von Stosch glaubt: Statt politische Lösungen zu suchen, um die Zahl der Taxi-Lizenzen zu senken, spanne die Stadt die Justiz vor ihren Karren. Dem widerspricht Ralph Schütte von der Verkehrsgewerbestelle: Nach Beschwerden von Rettungsdiensten und Polizei über verstopfte Zufahrten durch Taxifahrer habe man sich „unter dem Sicherheitsaspekt“ das Ziel gesetzt, „den Kontrollrhythmus jetzt deutlich zu erhöhen“. Mit der Zahl an Taxi-Konzessionen habe das „nichts zu tun“.

 
 

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