Düsseldorfer Sana-Krankenhaus kämpft gegen Pharao-Ameisen

Stephan Wappner
Heimische Ameisen, wie hier die rote Waldameise, bauen nur ein Nest - die Pharao-Ameisen hingegen können auch mehrere bauen.
Heimische Ameisen, wie hier die rote Waldameise, bauen nur ein Nest - die Pharao-Ameisen hingegen können auch mehrere bauen.
Foto: imago
Wieder Ungeziefer in einer Düsseldorfer Klinik: Das Benrather Sana-Krankenhaus hat ein Problem mit Pharao-Ameisen. Wie jetzt bekannt wurde, sind bereits seit vergangenem September in allen 125 Behandlungszimmern Fressköder für die Insekten ausgelegt. Doch das Parasitenproblem ist immer noch nicht beseitigt.

Düsseldorf. Nach dem Fruchtfliegenbefall in St. Vinzenz-Krankenhaus hat erneut eine Düsseldorfer Klinik mit Ungeziefer zu kämpfen: Das Benrather Sana-Krankenhaus hat ein Problem mit Ungeziefer. Wie jetzt bekannt wurde, sind bereits seit vergangenen September in allen 125 Behandlungszimmern Fressköder für sogenannte Pharao-Ameisen ausgelegt. Nachdem eine Patientin die Insekten in ihrem Zimmer bemerkt hatte, wurde damals eine Hygiene-Untersuchung eingeleitet.

„Das Problem besteht“, bestätigte am Freitag Klaus Goebels vom Gesundheitsamt. „Aber es ist bereits im Abflauen.“ Das Benrather Krankenhaus habe die Sache von Beginn an ernst genommen „und auch sofort uns gegenüber kommuniziert“.

Die Versorgungsschwerpunkte in Benrath liegen in den Bereichen der Onkologie sowie der Unfallchirurgie und Orthopädie. Zudem kommen in dem Hospital an der Urdenbacher Allee jedes Jahr mehr als 650 Kinder zur Welt.

Neue Nester ab 1000 Tieren

Von einer zeitweiligen Verriegelung einzelner Trakte – wie vor drei Monaten nach dem Fruchtfliegenbefall im Vinzenz-Krankenhaus geschehen – rieten die Experten dabei ab. „Man kann ein Krankenhaus nicht dicht machen, weil dort Ameisen auftreten“, sagte am Freitag Prof. Dr. Heinz Mehlhorn auf Anfrage der Funke Mediengruppe.

Der Parasitologe am Düsseldorfer Universitätsklinikum weiß jedoch um die Schwierigkeit bei der Bekämpfung dieser Tiere. „Pharao-Ameisen sind keine einheimischen Insekten, sondern werden über Lebensmitteltransporte aus allen warmen Regionen dieser Erde eingeschleppt.“ Das große Problem bei den gerade einmal zwei Millimeter kleinen Pharao-Ameisen sei, „dass sie nicht nur ein Nest bauen, sondern ab einer Population von 1000 Tieren auch neue Nester“. Man wisse also nie, „ob man mit einem Köder alle Völker erwischt“.

Eine Sprecherin des Sana-Krankenhauses berichtet, die Ameisen seien durch Auslegen der Köder bereits „verschwunden“, man wolle jedoch dem Rat der Fachleute folgen und die Köder bis zu einem Jahr stehen lassen. Für Fachmann Mehlhorn die richtige Entscheidung:: „Das kann eine langwierige Kiste werden. Die Ameisen fressen nahezu alles.

Wir haben es mit einem biologischen System zu tun, das sich selbst fortdauert.“ Der Tipp des Parasitologen: „Den Befall weiter genau kontrollieren, noch genauer auf die Hygiene achten als ohnehin schon, zum Beispiel beim Anlegen von Verbänden. Und vor allem: keine Essensreste mehr liegen lassen!“

Fruchtfliegen im Vinzenz

Noch vor drei Monaten hatte das Vinzenz-Hospital in Derendorf mit dem Befall von Fruchtfliegen zu kämpfen und deshalb zeitweise alle fünf OP-Säle verriegelt. Notfälle wurden in dieser Zeit in benachbarte Kliniken verlegt, viele planbare OPs verschoben.

Der Befall wurde durch ein Leck an der Decke eines OP-Saales begünstigt. Dort hatte sich durch die Feuchtigkeit ein Biofilm mit organischen Reststoffen aus den Lüftungsschächten gebildet – ein perfekter Nährboden für die Fliegen.