Düsseldorfer protestieren gegen Riesen-Bordell vom Rotlichtkönig Wollersheim

"Wir sind nicht der Puff von Düsseldorf" - Anwohner und Politiker laufen Sturm gegen die Bordell-Pläne von "Rotlichtkönig" Bert Wollersheim im Düsseldorfer Stadtteil Rath. Das Unternehmen werde doppelt so groß wie das "Pascha" in Köln, sagt ein Kommunalpolitiker - und sei wohl nicht mehr zu verhindern. Im Herbst soll das "Oceans" an der Oberhausener Straße eröffnen.

Düsseldorf.. Die Anwohner sind aufgeregt. Düsseldorfs so genannter „Rotlichtkönig“ Bert Wollersheim lässt gerade im Rather Gewerbegebiet an der Oberhausener Straße ein Luxusbordell bauen.

Aus einer alten, seit vielen Jahren leer stehenden Lagerhalle soll bald ein Großpuff werden – mit mehr als 300 Angestellten, mehreren Saunen, Pools, und, und und.

Luxusbordell "Oceans" soll im Herbst öffnen

Schon in diesem Herbst könnte das Etablissement eröffnen. Der Name steht auch schon fest: „Oceans“ ist als Leuchtschrift auf dem Dach installiert. Viele Bürger laufen seit Wochen und Monaten gegen die Puff-Pläne Sturm. Jetzt hat die Stadt hat für den Außenbereich einen Baustopp verhängt.

Innerhalb des 4000 Quadratmeter großen Gebäudes darf weiter gearbeitet werden. „Doch außen entstehen Dinge, die wir nicht genehmigt haben“, sagte gestern eine Mitarbeiterin des Bauamtes. Gemeint ist ein flacher eigener Bau neben der Toreinfahrt. Der müsse zurück gebaut werden, sonst ging es auf dem Außengelände nicht weiter, so das Amt. Man habe nur Stellplätze genehmigt, sonst nichts.

Bezirksvertreter glaubt nicht mehr an einen kompletten Baustopp

Peter Schumacher sitzt für die SPD in der Bezirksvertretung 6. Er glaubt, dass das Haus, „das ja doppelt so groß wird, wie das Pascha in Köln“, nicht mehr zu verhindern ist – Baustopp hin oder her. „Wir sind hier im Stadtteil vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, sagt Schumacher. „Dieses Ding wäre in Oberkassel nie gebaut worden. Aber mit uns in Rath können sie es ja machen. Wir sind doch nicht der Puff von Düsseldorf!“

Kritisch ist der Standort nahe des ISS Dome ohnehin, da sich mit dem alten Teil der Theodorstraße in unmittelbarer Nähe schon ein sozialer Brennpunkt befindet. Nebenan liegt zudem das Schaustellergelände, das vor anderthalb Jahren durch eine Razzia bei einer kriminellen Großfamilie in die Schlagzeilen geriet.

Erster Bauantrag vor drei Jahren

Vor drei Jahren wurde für das leer stehende Lagergebäude an der Oberhausener Straße 17 ein Bauantrag für einen „FKK- und Saunaclub inklusive gewerblicher Zimmervermietung bordellähnlicher Art“ gestellt. Dafür gab’s von der Verwaltung auch eine Genehmigung.

Wenig später der zweite Bauantrag: In die hohen Räumlichkeiten soll eine Zwischendecke eingebaut werden, um die „Horizontal-Gewerbefläche“ quasi zu verdoppeln. Doch so etwas sei dort wegen des „eng benachbarten Wohngebiets und der höherwertigen gewerblichen Nutzungen an der Theodorstraße“ unerwünscht, hieß es damals in der Bezirksvertretung.

Stadtteilpolitiker nickten Vorlage ab

Die Stadtteilpolitiker nickten die Vorlage damals mit breiter Mehrheit ab „Und eine weitere Bauanfrage haben wir nie gesehen“, sagt Schumacher, spricht von einer „Schweinerei sondergleichen“ und meint, hier gebe die Verwaltung ein „sehr schlechtes Bild ab“.

Viele Anwohner fürchten nun, dass das Viertel rund um die Oberhausener Straße noch mehr verkommt als ohnehin schon. Angelika Laas von der „Bürgerinitiative für soziale Ausgewogenheit in Rath“, sagt: „Alle Bemühungen, Rath nach vorne zu bringen, werden durch so etwas zunichte gemacht.“

 
 

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