Düsseldorfer Polizeigewerkschaft fordert Ausrüstung mit Elektro-Schockern

Michael Mücke
Für Polizeibeamte ist es nicht immer einfach, ihr „Gegenüber“ auf Distanz zu halten. Deshalb fordert die Polizeigewerkschaft Düsseldorf die Ausrüstung mit Elektroschockern.
Für Polizeibeamte ist es nicht immer einfach, ihr „Gegenüber“ auf Distanz zu halten. Deshalb fordert die Polizeigewerkschaft Düsseldorf die Ausrüstung mit Elektroschockern.
Foto: Imago
Elektro-Schocker für die Polizei? Die Düsseldorfer Kreisgruppe der Gewerkschaft der Polizei fordert angesichts zunehmender Gewalt gegen Polizisten dieses Einsatzmittel für den Streifendienst und die Hundertschaft. Man müsse "wegkommen von der ultimativen Lösung, die Schusswaffe einzusetzen".

Düsseldorf. Angesichts zunehmender Attacken gegen Einsatzkräfte fordert die Düsseldorfer Kreisgruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP), hier alle Polizisten im Streifendienst und die Hundertschaft mit Elektro-Schockern auszurüsten.

Es müsse auch in besonders brisanten Situationen ein Einsatzmittel geben, das den Schusswaffengebrauch überflüssig macht, betont der Düsseldorfer GdP-Kreisvorsitzender Harald Walter. Die Gewerkschaftsgruppe argumentiert, dass so schwere oder auch tödliche Verletzungen des Angreifers vermieden werden könnten.

Walter weist in diesem Zusammenhang auf den Tod eines verwirrten Mannes hin, der vor wenigen Tagen in Köln Polizisten mit einer Machete angegriffen hatte und erschossen wurde. Mit einem Elektrokontaktgerät wäre das möglicherweise nicht passiert, so die Düsseldorfer GdP.

Angreifer wird bewegungsunfähig

Elektroschock-Pistolen machen den Angreifer für mehrere Sekunde bewegungsunfähig. Ein elektrischer Stoß lähmt die Muskeln für ganz kurze Zeit, so dass der Täter überwältigt werden kann. Zwar kam es auch durch den Einsatz von „Air-Tasern“ u.a. in Amerika zu mehreren Todesfällen. Trotzdem: „Richtig eingesetzt sind diese Elektrokontaktgeräte exzellente Hilfsmittel unterhalb der Ebene der Schusswaffe“, findet Harald Walter. „Wir müssen wegkommen von der ultimativen Lösung, die Schusswaffe einzusetzen“, fordert der Gewerkschafter. Bisher dürfen nur Spezialeinsatzkräfte Elektroschocker verwenden Walter: „Aber die Polizisten vor Ort haben nicht immer die Zeit, auf unsere Spezialeinheiten zu warten. Sie müssen handeln.“

Positiv beurteilt die GdP die Ausrüstung der Streifenbeamten mit Schutzwesten und zuletzt mit dem teleskopartigen „Mehrzweckstock“. Wichtig sei auch, dass hier die mehrtägige Fortbildung in Einsatztechniken und -strategien gewährleistet sei. „Das hilft. Allerdings fehlen uns dann die Beamten auf den Wachen.“

Beleidigungen und Attacken

Wie berichtet, haben laut einer NRW-Studie 80 Prozent der Landespolizisten schon Übergriffe während ihrer Alltagsarbeit erlebt, die von Beleidigungen bis Pöbeleien, Bespucken und Attacken reichen. Walter: „Das ist in Düsseldorf nicht anders. Da sind wir nur ein Spiegelbild von NRW.“

Besonders stark belastet seien hier die Einsatzhundertschaft - und auch die Inspektion Mitte wegen des Trubels rund um die Bolker-straße. Kritische Situationen gibt es nicht nur bei Fußballeinsätzen oder bei den Nachtstreifen in der Altstadt. So sind Beamte der Inspektionen Nord und Süd beispielsweise bei ganz „normalen“ Einsätzen wie gegen „häusliche Gewalt“ besonders gefordert, wenn plötzlich die Stimmung sich gegen sie wendet. Walter: „Da wollen Polizeibeamte Hilfestellung geben und werden selbst grob angegangen.“