Düsseldorfer Polizei nimmt bei Großrazzia 40 Männer fest

Razzia im Nordafrikaner-Viertel von Düsseldorf: Die Polizei hat 40 Männer vorläufig festgenommen.
Razzia im Nordafrikaner-Viertel von Düsseldorf: Die Polizei hat 40 Männer vorläufig festgenommen.
Foto: dpa
Sechs Stunden lang kontrollierte die Polizei Düsseldorf 18 Casinos und Bars rund um den Hauptbahnhof. Hintergrund war die Ermittlergruppe Casablanca.

Düsseldorf.. Bei einer großangelegten Razzia im "Maghreb-Viertel" rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof hat die Polizei am späten Samstagabend 18 Cafés, Spielcasinos und Shisha-Bars kontrolliert. Die Aktion sei schon 2015 geplant worden – also weit vor den Silvester-Übergriffen von Köln, teilte die Polizei am Sonntagmittag mit.

Düsseldorfer Polizei nimmt 40 Männer fest

Ziel sei es gewesen, die Identität der Anwesenden zu überprüfen und deren Aufenthaltsstatus zu klären, so die Polizei. Hintergrund der Großrazzia waren Ergebnisse der Ermittlergruppe "Casablanca": Sie hatten ergeben, dass sich in den kontrollierten Lokalen Verdächtige treffen. Die Beamten werfen ihnen Taschen- und Gepäckdiebstahl, Straßenraub und Drogendelikte vor.

Um 17.30 Uhr umstellten rund 300 Polizisten gleichzeitig 18 Lokale – unter anderem an Mintropstraße, Scheurenstraße, Luisenstraße, Ellerstraße, Linienstraße und Lessingstraße. Insgesamt überprüften die Beamten 294 Personen, vorwiegend Männer aus Nordafrika.

40 Überprüfte wurden vorläufig festgenommen. Bei 38 von ihnen besteht laut Polizei der Verdacht des illegalen Aufenthalts, ein Mann war schon zur Abschiebung ausgeschrieben. Ein weiterer Mann wurde wegen des Verdachts der Hehlerei festgenommen. Zudem gab es sieben Anzeigen wegen Drogendelikten, eine Anzeige wegen Diebstahls, eine wegen Betrugs und eine wegen wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Die Polizisten fanden auch sechs gestohlene Handys.

Erst nach rund sechs Stunden war der Einsatz beendet – gegen 23.45 Uhr zogen die Beamten wieder ab. Die Auswertung der Kontrollen dauert an.

Polizei-Einsatzleiter Frank Kubicki: "Das Projekt 'Casablanca' hat uns viele Einblicke verschafft in die Strukturen der Verdächtigen, über ihre Gewohnheiten, Aufenthaltsorte und Unterkünfte. So haben wir die Möglichkeit mit regelmäßigen Kontrollaktionen, aber auch mit großen Razzien, Orte aufzuklären, an denen solche Taten verabredet und vorbereitet werden."

Viertel dient bestimmten Personen als Rückzugsraum

Schon Ende Januar vergangenen Jahres hatte die Düsseldorfer Polizei bei einer Großrazzia in Bahnhofsnähe mit 200 Beamten 15 Nordafrikaner festgenommen, die sich illegal in Deutschland aufhielten. „Im Viertel hat sich ein soziales, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum gebildet, das Personen als Rückzugsraum dient, die im Verdacht stehen, Taschen- und Gepäckdiebstähle, aber auch Straßenraubdelikte und Einbrüche zu begehen“, erklärte damals Einsatzleiter Roland Wolff. Und: „Wir müssen dahin, wo sich die Täter sicher fühlen, ihre Taten verabreden und die gemachte Beute absetzen.“ Die Razzia habe „eine Menge an Erkenntnissen gebracht.“

Gruppe "Casablanca" ermittelt seit anderthalb Jahren

Die Düsseldorfer Polizei hob deshalb das Projekt „Casablanca“ ins Leben, um herauszufinden, was sich in der Szene abspielt. Jüngst zog die Polizei dazu eine Bilanz nach eineinhalbjähriger Tätigkeit. Der Erkenntnisstand bis dato: Allein in Düsseldorf tummeln sich Klau-Banden mit 2244 Verdächtigen aus Nordafrika, die Mehrheit von ihnen (1256 Verdächtige) aus Marokko. Abschieben sei praktisch unmöglich, berichtet ein Polizist, der nicht genannt werden möchte. „Die Szene wächst und wächst. Für die Kollegen ist das sehr frustrierend.“

 
 

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