Düsseldorfer Linke fordern Gratis-Kondome bei Hartz IV

Die Düsseldorfer Linken wollen Anti-Baby-Pille und Kondome für Hartz-IV-Empfänger subventionieren.
Die Düsseldorfer Linken wollen Anti-Baby-Pille und Kondome für Hartz-IV-Empfänger subventionieren.
Foto: Thinkstock
Kostenlose Kondome für Hartz-IV-Empfänger – das fordern jetzt die Düsseldorfer Linken. Auch die Pille solle für bedürftige Frauen kostenlos sein, heißt es in einem entsprechenden Antrag an den Stadtrat. In anderen Städten sei das schließlich auch möglich.

Düsseldorf.. Die Linken-Fraktion im Düsseldorfer Stadtrat fordert kostenlose Verhütungsmittel für Hartz-IV-Empfänger. Familienplanung sei schließlich ein Menschenrecht, heißt es in dem Antrag. Deshalb solle die Stadt im Haushalt 250.000 Euro jährlich freimachen.

Der Hartz-IV-Satz sehe aber nur 17 Euro für die Gesundheitspflege vor – aber die preiswerteste Pille (sofern man sie verträgt) schlage mit 13 Euro zu Buche, und Kondome kosteten einen Euro pro Stück. Da seien Verhütungsmittel bei den monatsüblichen Zuzahlungen für andere Medikamente kaum noch drin, meinen die Linken. Vor der Einführung von Hartz IV hätten Frauen die Antibabypille kostenfrei auf Rezept bekommen – jetzt fallen Kosten an. Laut "Pro Familia" habe das zu tausenden ungewollter Kinder und wohl auch zu zig Abtreibungen geführt.

Vor Hartz IV gab's die Pille kostenfrei auf Rezept

Fraktionsvorsitzende Angelika Kraft-Dlangamandla nimmt in ihrem Antrag sogar Bezug auf die UN-Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo: Dort war in einem Grundsatzprogramm festgeschrieben worden, dass alle Menschen Anspruch auf erschwingliche Methoden der Familienplanung haben sollen.

Die Linken hatten den Antrag schon im Sozialausschuss vorgebracht – der gab die Idee weiter an den Stadtrat. Dessen nächste Sitzung ist am 4. Dezember. Auf die Summe von 250.000 Euro kommen die Linken nach einem Vergleich mit Erfahrungen aus Niedersachen: Hier übernähmen immer mehr Städte die Kosten für Verhütungsmittel, weil sie den Zusammenhang zwischen Hartz IV und ungewollten Schwangerschaften erkannt hätten.

Neu ist die Idee der subventionierten Schwangerschafts-Verhütung also nicht. Auch in anderen Städten oder Bundesländern gibt es entsprechende Programme schon, wie zum Beispiel in einigen Kreisen und Städten Niedersachsens, in München oder in Mecklenburg-Vorpommern.

 
 

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