Düsseldorfer Bürgerwehr löst sich nach Kritik vorerst auf

In Düsseldorfer Altstadt wird vorerst keine Bürgerwehr mehr patrouillieren.
In Düsseldorfer Altstadt wird vorerst keine Bürgerwehr mehr patrouillieren.
Foto: Kai Kitschenberg/Funke Foto Services
Nach den Übergriffen von Köln wollte eine Bürgerwehr in der Düsseldorfer Altstadt für Ordnung sorgen. Nun löst sich die Gruppe auf - vorerst.

Düsseldorf.. Die Düsseldorfer Bürgerwehr will wegen Kritik von Bürgern und Polizei vorerst nicht mehr durch die Altstadt patrouillieren. Das gab Organisator und Gründer Tofigh Hamid auf der Facebook-Seite der Bürgerwehr bekannt: "Die Gefahr besteht, dass jemand von euch in einen politischen Streit verwickelt wird - obwohl wir nur Menschen sind, die für mehr Frieden ihre Freizeit opfern. Dieses Risiko kann ich nicht verantworten. Von daher fühle ich mich dazu gezwungen, erstmal die Rundläufe abzusagen."

Die Bürgerwehr bewege sich in eine Richtung, in die er sich "absolut nicht bewegen wolle". "Wir haben die Bedenken der Bürger, der Polizei und des Staates wahrgenommen und werden diese verinnerlichen", schreibt Hamid. Er wolle die Gruppe neu organisieren um sicherzugehen, dass niemand verletzt werde. Auch das Verhältnis zu den Medien wolle er verbessern: "Die Presse versteht uns momentan nicht. Das müssen wir ändern." Somit bleibt die erste Patrouille der Gruppe am Samstag vorerst auch die letzte.

"Das Gewaltmonopol liegt ausschließlich bei der Polizei"

Am Wochenende waren rund 50 Mitglieder der Facebook-Gruppe "Düsseldorf passt auf" in der Altstadt unterwegs, um dort zu patrouillieren. Die Gruppe hatte sich nach den Übergriffen von Köln zusammengefunden und wollte Frauen vor Gewalt schützen. Die Düsseldorfer Polizei sah die selbsternannten Ordnungshüter allerdings skeptisch.

"Wir halten davon nichts. Das Gewaltmonopol liegt ausschließlich bei der Polizei", sagte Susanne Heusgen von der Düsseldorfer Polizei. Organisator Tofigh Hamid möge zwar Gutes im Sinn haben, "für die Kollegen in der Altstadt dürfte die Bürgerwehr aber vor allem Mehrarbeit bedeuten." Heusgen hatte befürchtet, dass andere Gruppen mit der Bürgerwehr aneinander geraten könnten - zumal sich unter den ersten Teilnehmern auch polizeibekannte Straftäter befanden, einige hatten angeblich auch Kontakte zur rechtsextremen Szene.

Altstadt-Geschäfte sahen Bürgerwehr kritisch

"Sicherheit ist ein Thema der Polizei", sagt auch Frank Hermsen, Geschäftsführer der Düsseldorfer Altstadt-Gemeinschaft: "Eine solche Bürgerwehr zieht nur das notwendige Vertrauen in die Polizei in Zweifel." Organisator Tofigh Hamid hat nun offenbar die Konsequenzen aus der Kritik gezogen. (fel)

 
 

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