Düsseldorf steigt aufs Rad

Niklas Tröschel

Wer regelmäßig mit dem Auto die Innenstadt durchquert, weiß, wie schwer es ist dort voranzukommen. Besonders zu Stoßzeiten gelangt man weder vor noch zurück. Deswegen entscheiden sich vor allem junge Mennschen immer öfter gegen das Auto und nehmen lieber das Fahrrad. Um sich für diese Alternative stark zu machen, trafen sich gestern die Düsseldorfer Teams der deutschlandweiten Kampagne „Stadtradeln“ an der Rheinuferpromenade. „Bei diesem Wettbewerb versuchen die Teilnehmer vom 10. bis zum 30. September möglichst viele Kilometer mit dem Rad zurückzulegen“, erläuterte Umweltdezernentin Helga Stulgies, die gemeinsam mit Oberbürgermeister Thomas Geisel und Verkehrsdezernent Stephan Keller für die Teilnahme am Wettbewerb warb: „Gerade bei gutem Wetter ist sowas ein toller Einstieg, um mit dem Fahrradfahren anzufangen.“ Die Teams, fast ausschließlich passionierte Radfahrer, sollen als gutes Beispiel vorangehen: „Die Teilnehmer sind ein Vorbild und motivieren dazu, aufs Fahrrad umzusteigen.“

Im Vorjahr gelangte Düsseldorf auf Platz 10 unter 283 teilnehmenden Kommunen. Dieses Jahr will die Stadt noch besser werden. „Wir haben natürlich das Ziel, die 360 000 Kilometer vom letzten Mal zu toppen. Selbstverständlich werde ich mich daran beteiligen. Jeder gefahrene Radkilometer zählt“, betonte OB Geisel.

Doch bietet Düsseldorfs Verkehrsnetz überhaupt die nötige Sicherheit für Fahrradfahrer? Offiziell kann sich die Landeshauptstadt bereits damit brüsten, „fahrradfreundlich“ zu sein. Dieses Etikett verlieh ihr die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW. „Zurecht“, sagte Verkehrsdezernent Stephan Keller: „Wir haben mit 13 Prozent Radfahrern im Straßenverkehr unser Ziel noch nicht erreicht. Der Schalter ist aber umgelegt und wir starten mit einem guten Konzept. Mit über 700 Einzelmaßnahmen gelangen wir von einer guten Basis aus in die Champions League.“ Für Dirk Jansen, Geschäftsleiter des Bundes für Umwelt und Naturschutz, ist Düsseldorf alles andere als eine sicheres Pflaster: „Auf dem Rad hatte ich in Düsseldorf schon einige Nahtoderfahrungen. Wenn Fahrradwege plötzlich enden und man sich gegen Lkws durchsetzen muss, wird es gefährlich.“ Keller lässt diese Kritik nicht gelten: „Ich will nicht leugnen, dass stellenweise, wie am Karolingerplatz oder nahe der Bilker Kirche, noch einiges an Nachholbedarf besteht. Oft ist es aber möglich, für einen kleinen Umweg gefährliche Abschnitte zu umfahren.“