Düsseldorf kämpft gegen den Silvester-Müll

Fast wie nach einem Bombenanschlag: Das Friedensplätzchen in Unterbilk war auch am Freitag noch überät mit abgebrannten Feuerwerkskörpern.Foto:STEPHAN WAPPNER
Fast wie nach einem Bombenanschlag: Das Friedensplätzchen in Unterbilk war auch am Freitag noch überät mit abgebrannten Feuerwerkskörpern.Foto:STEPHAN WAPPNER
Die Awista beseitigte bereits 100 Kubikmeter Abfall, der vom Jahreswechsel übrig blieb. Doch die Stadtteile müssen noch warten.

Düsseldorf.. Jedes Jahr werden die Leute darauf hingewiesen, dass man das Geld für Böller vielleicht in sinnvollere Dinge investieren könnte. In Spenden zum Beispiel. Jedes Jahr bleiben solche Appelle anscheinend ungehört. Hunderttausende von Feuerwerkskörpern werden an Silvester von den Düsseldorfern in die Luft gejagt. Den eigenen Müll wegzuräumen, daran denkt kaum jemand. Und so sahen auch am Freitag noch – zwei Tage nach dem Jahreswechsel – viele Plätze in der Rheinmetropole fast aus, wie nach einem Bombenanschlag. Großkampftag für die Männer der Stadtreinigung.

Schwerpunkt Altstadt

Schon kurz nach dem Silvesterfeuerwerk begann für einige Awista-Mitarbeiter das Aufräumen. Die Kehrmaschinen schleppten sich durch Teile der City. Von acht bis 14 Uhr waren dann rund 50 Mitarbeiter unter anderem am Burgplatz, auf der Rheinpromenade oder rund um den Hauptbahnhof unterwegs. Kurz vor Silvester hatte die Stadtreinigung noch an die Düsseldorfer appelliert: Das Einsammeln der abgebrannten Böller wäre ein große Hilfe. Kaum jemand hält sich daran.

„Das war schon extrem“, sagt Udo Meyer von der Awista. „Mit der Promenade und der Altstadt hatten wir an Neujahr alle Hände voll zu tun. Noch viel mehr sauber zu machen, war da gar nicht möglich.“ Rund 100 Kubikmeter Partymüll haben die Mitarbeiter bisher eingesammelt – Böller-Reste und Verpackungen ebenso wie leere Flaschen.

Hauptbahnhof Düsseldorf ist wieder hübsch

Während die Altstadt und Hauptbahnhof also bereits wieder hübsch gemacht wurde, müssen die übrigen Stadtteile darauf warten, bis sie im normalen Reinigungsplan an der Reihe sind. An diesem Wochenende werden zunächst die Haupteinkaufsstraßen vom gröbsten Müll befreit. Knapp 200 Awista-Mitarbeiter sind dafür täglich im Einsatz.

„Man muss allerdings auch bedenken, dass wir beim ersten Reinigungsgang nicht jede Rakete und jeden Böller beseitigen können“, sagt Meyer. „Manchmal bleibt auch was in den Bäumen hängen. Da braucht es dann schon ein paar mehr Durchgänge, bis der letzte Rest entsorgt ist.“

Einen bestimmten Tag hat sich Meyer nicht als Ziel gesetzt. Denn: Für eine zügige Reinigung muss auch das Wetter mitspielen. „Eigentlich ist nicht abzusehen, dass wir es in den nächsten Tagen noch mal mit Schnee zu tun bekommen“, sagt Meyer. „Einzelne kalte Tage sind aber angekündigt.“ Sollte es wieder frostig werden, hat der Winterdienst Vorrang.

Ob Frost oder nicht, manche Düsseldorfer müssen selbst aktiv werden – nämlich dort, wo Anlieger keine Gebühren für die Reinigung der Gehwege zahlen. „Das ist meist in verkehrsberuhigten Bereichen der Fall“, erklärt Meyer. Für die Säuberung der Parks und Grünanlagen sei das Gartenamt verantwortlich.

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