Düsseldorf erntet Spott für achtseitige Ampel-Broschüre

In einer achtseitigen Broschüre gibt die Stadt Düsseldorf ihren Bürgern Tipps für die sichere Überquerung an Übergängen mit Ampeln.
In einer achtseitigen Broschüre gibt die Stadt Düsseldorf ihren Bürgern Tipps für die sichere Überquerung an Übergängen mit Ampeln.
Foto: dapd
In ganz Deutschland gibt es nur in der Stadt Düsseldorf Fußgängerampeln mit einer Gelbphase. Dies ist Grund genug für die Stadtverwaltung, einen Ratgeber zur Benutzung zu veröffentlichen. In einer achtseitigen Broschüre erklärt sie die Regeln für Fußgänger - zum Beispiel mit dem Rat, dass man bei Grün losgehen sollte. Der Ratgeber sorgt jetzt für Hohn im Internet.

Essen.. Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat als einzige Stadt bundesweit Fußgängerampeln mit Gelblicht. Dies hat die Stadtverwaltung zum Anlass genommen, auf acht Seiten die Regeln zum Überqueren von Fußgängerüberwegen mit Ampeln zu beschreiben.

Jetzt erntet die Stadt Spott und Hohn für ihr Info-Blatt. Die Broschüre erklärt ganz genau, wie das geht mit der Ampel: wie bei den Auto-Ampeln auch. Selbst eine Werbeagentur ist beauftragt worden, einen derart komplexen Vorgang auf acht Seiten mit Fotos, Grafiken und Text zu beschreiben: „Die Ampel springt auf Grün. Der ideale Zeitpunkt für alle Fußgänger, jetzt loszugehen.“

Weiter heißt es in der bunten Broschüre: „Der beste Zeitpunkt für Ältere und Gehbehinderte.“ Doch so ungefährlich scheint die Grünphase auch wieder nicht zu sein: „Die Ampel zeigt noch Grün. Fußgänger mit normalen Tempo können die Fahrbahn noch sicher überqueren. Ältere und Gehbehinderte sollten lieber warten.“

Stadt nicht zu Stellungnahme bereit

Sätze wie „Wenn jetzt die Autos wieder fahren, haben Sie die andere Straßenseite längst erreicht“, beruhigen die Bürger in Düsseldorf und sorgen im Internet für Schmunzeln. Das Boulevardblatt "Express" merkte an: „Wir sind doch nicht blöd".

„Wer jetzt am Überweg noch Rot sieht, ist entweder Autofahrer oder ein Fußgänger, der noch einmal in dieser Broschüre zurückblättern sollte“, heißt es in der Broschüre. Was das bedeutet? Die Düsseldorfer Stadtverwaltung war am Mittwoch für die WAZ Mediengruppe zu keiner Stellungnahme bereit.

 
 

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