Düsseldorf bringt Flüchtlinge künftig auch in Zelten unter

In einer Traglufthalle wie hier in Berlin sollen ab Ende September auch Flüchtlinge in Düsseldorf Unterkunft finden.
In einer Traglufthalle wie hier in Berlin sollen ab Ende September auch Flüchtlinge in Düsseldorf Unterkunft finden.
Foto: PARANET-Deutschland GmbH
Wegen des großen Andrangs kommen Asylsuchende in Düsseldorf bald auch in Tragluft- und Zelthallen unter. Die Kirmesfestzelte sind keine Option mehr.

Düsseldorf.. Flüchtlinge sollen in Düsseldorf künftig auch in Zelten untergebracht werden. Weil die Zahl der Asylsuchenden nach Schätzungen der Behörden in den kommenden Monaten weiter steigt und die Plätze in bestehenden Gebäuden schon jetzt knapp sind, greift die Landeshauptstadt zu alternativen Lösungen. So sollen ab Anfang August zwei Zelthallen auf der Grünfläche an der Borbecker Straße in Unterrath in Betrieb gehen und jeweils Platz für 50 Menschen bieten. Weitere 600 Flüchtlinge sollen ab Ende September in zwei Traglufthallen unterkommen. Der genaue Standort dieser Hallen, die bereits in Berlin und München zum Einsatz kommen, wird noch bekannt gegeben. Die Bauaufsicht prüft derzeit geeignete städtische Grundstücke.

Kirmeszelte sind schon weitervermietet

„Wir hoffen, dass wir mit diesen Maßnahmen die enge Situation in den nächsten zwei Monaten deutlich besser bewältigen können“, sagte die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch (Grüne) am Freitag bei einem Pressegespräch im Rathaus.

Die Idee, Flüchtlinge nach dem Ende der Rheinkirmes in den großen Festzelten unterzubringen, hat die Stadt derweil wieder verworfen. „Wir haben darüber nachgedacht“, sagte Koch, „doch das ist nicht möglich, da die Zelte langfristig vermietet sind.“ Hinzu kämen Bedenken wegen der Überschwemmungsgefahr auf der Kirmeswiese.

Aber: „Über die Schützen haben wir Kontakt zu einem anderen Zeltanbieter aus der Region bekommen, mit dem wir am Montag einen Termin haben“, so Koch weiter. Statt auf der Rheinwiese in Oberkassel könne man weitere Zelte auf ehemaligen Sportflächen platzieren. „Davon sind genug da“, gab sich Koch überzeugt.

Für die neuen Zeltunterkünfte muss die Stadt ordentlich in die Tasche greifen. Die zwei Traglufthallen schlagen mit je 95 000 Euro pro Monat zu Buche, hinzu kommen Kosten für die Betreuung durch das Deutsche Rote Kreuz. Günstiger sind die 20x40 Meter großen Zelthallen mit je 12 500 Euro. Allerdings muss die Stadt dort selbst für die Innenausstattung sorgen und auch die Betreuungskosten kommen wieder obendrauf.

Bezug der Container verzögert sich

Für die zweite Jahreshälfte geht die Stadt davon aus, dass ihr 350 bis 400 Menschen pro Monat aus den Erstaufnahmestellen zugewiesen werden. Bisher liegt der Spitzenwert bei 250 Zuweisungen (Juni 2015). Die Lage in Nordrhein-Westfalen ist derzeit besonders dramatisch. Erst am Donnerstag forderten die Bezirksregierungen mehrere Städte auf, sofort weitere Notunterkünfte einzurichten. Düsseldorf stellte 150 Plätze im alten Finanzamt an der Roßstraße bereit, 50 weitere an der Gerresheimer Landstraße.

Während hier schnell und sogar über das Soll hinaus reagiert werden konnte, verzögert sich die Bereitstellung der Container, von denen die ersten eigentlich schon nach den Sommerferien bezugsfertig sein sollten und jeweils Platz für rund 200 Flüchtlinge bieten. Der neue Zeitplan lautet wie folgt: 1.10. Moskauer Straße, 16.10. Meinekestraße, 18.10. Karlsbader Straße, 23.10. Blanckertzstraße, 30.10. Grünewaldstraße, 6.11. Leuchtenberger Kirchweg, 13.11. Zur Lindung, 20.11. Oberlöricker Straße, 27.11. Schimmelpfennigstraße.

 
 

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