Diesen Krach hält keiner aus

Gegen den Lärm an der A 46. Eckart Schunk (li.) übergibt der Vorsitzenden des Umweltausschusses, Iris Bellstedt, eine Unterschriftenliste von 600 Anwohnern. Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool
Gegen den Lärm an der A 46. Eckart Schunk (li.) übergibt der Vorsitzenden des Umweltausschusses, Iris Bellstedt, eine Unterschriftenliste von 600 Anwohnern. Foto: Kai Kitschenberg / WAZ FotoPool
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Düsseldorf. Eine Bürgerinitiative in Wersten kämpft um Lärmschutz an der A 46. Liste mit 600 Unterschriften übergeben.

Den Anwohnern reicht es. Sie halten sich die Ohren zu, sie demonstrieren vor dem Rathaus. „Tut endlich was!“, fordern sie. In dem dem Wohnviertel zwischen Brassertweg und Gansbruch in Wersten sind sie Tag und Nacht soviel Lärm ausgesetzt, dass auch das Umweltamt dringenden Handlungsbedarf sieht, um Gesundheitsschäden zu vermeiden.

Bis zu 70 Dezibel am Tag, 60 in der Nacht - das ist einfach zu viel. Die Anwohner leben in direkter Nähe zur A 46, zur Haupttrasse Werstener Straße und zur Kölner Landstraße, sie müssen den Krach von täglich mindestens 145 000 Fahrzeugen ertragen.

Gestern übergab die Bürgerinitiative für mehr Lärmschutz „Wersten aktiv“ der Vorsitzenden des Umweltausschusses, Iris Bellstedt eine Unterschriften-Liste von 600 Anwohnern. Ihr Sprecher Eckart Schunk sagte den Mitgliedern des Umweltausschusses: „Wir ringen seit 25 Jahren um Verbesserungen.“ Aber es bewege sich nichts, weil sich Stadt und der Landesbetrieb Straßen NRW „gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben.“ Deshalb: „Ohne Ombudsmann können wir das Problem nicht lösen“, so seine Einschätzung.

Das Komplizierte an der Situation sind die unterschiedlichen Lärmquellen. Für die Autobahn ist der Landesbetrieb zuständig, für die umliegenden Straßen die Stadt: die Initiative macht als Hauptursachen das offene Trogstück der A 46 zwischen Werstener Tunnel und Universitätstunnel sowie die Hochtrasse der Werstener Straße aus.

Die Stadt sieht vor allem den Landesbetrieb Straßen NRW in der Pflicht. Der meiste Lärm komme eindeutig von der A 46, so die Berechnungen der Umweltbehörde. Die Umweltdezernentin Helga Stulgies traf sich gerade mit dem Geschäftsführer des Landesbetriebes. „Wir suchen nach einer Lösung. Es wird weitere Gespräche geben“, sagte sie. Konkrete Maßnahmen sollen im Lärmaktionsplan genannt werden.

Dass etwas geschehen muss, da sind sich alle Fraktionen im Umweltausschuss einig. „Wir werden uns für sie einsetzen“, versprach die Vorsitzende Bellstedt. Möglich wäre der Bau einer Lärmschutzwand. Aber auch ein Tempolimit, Flüsterasphalt und eine schallschluckende Tunnelverkleidung könnten helfen, so Rüdiger Gutt (CDU).

 
 

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