Die Stadt der Pakete

Treffen am Rohbau: (vl) Sebastian Schmelz (SEGRO), Dagmar Gäckle und Werner Berghüser.
Treffen am Rohbau: (vl) Sebastian Schmelz (SEGRO), Dagmar Gäckle und Werner Berghüser.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Die Deutsche Post baut in einem citynahen Gewerbegebiet auf rund 30 000 Quadratmetern die erste mechanisierte Zustellbasis Düsseldorfs. Es ist die größte in Nordrhein-Westfalen, sie liegt in zwei Stadtteilen. Doch noch ist die neue Basis im Bau.

Düsseldorf..  Der Handel im Internet wächst und wächst. Gleichzeitig schießt auf einem riesigen Areal zwischen Fichten-, Lierenfelder- und Mindener Straße eine Stadt der Pakete in die Höhe, um die ungeheure Masse an Zustellungen bewältigen zu können. Die Deutsche Post baut in dem citynahen Gewerbegebiet auf rund 30 000 Quadratmetern die erste mechanisierte Zustellbasis Düsseldorfs. Es ist die größte in Nordrhein-Westfalen, sie liegt in zwei Stadtteilen. Noch ist die Basis im Bau. Berge voller Schutt und Geröll beherrschen die Szene, Stahlträger liegen übereinander gestapelt auf einem Geländeteil. Ein hydraulischer Bagger arbeitet noch dort, wo ab Mitte November täglich 24 000 große und kleine Päckchen pro Tag auf die 12-Tonner-Lkw verteilt werden.

Werner Berghüser, Leiter der Post-Niederlassung Düsseldorf, zeigt auf den fast 200 Meter langen Rohbau und auf die zahlreichen XXL-Öffnungen im Beton. Wenn hier Mitte November – passend zum Weihnachtsgeschäft – der Betrieb beginnt, werden aus diesen 60 Toren insgesamt 120 Rutschen führen. Für jeden Zustellungsbezirk eine Rutsche. „Bis 2022 wird sich in Düsseldorf die Zahl der Paketzustellungen noch einmal verdoppeln“, so Berghüser. „Wir brauchen dieses Zentrum, um bestehende Paketzentren zu entlasten.“

Die neue Düsseldorfer Zustellbasis ist eine von 50 in ganz Deutschland. Weitere gibt es in Neuss, Dinslaken oder Bochum. Man sei sehr glücklich darüber, dass man ein Grundstück nahe des Stadtkerns gefunden habe, so der Niederlassungsleiter weiter. „Zumal wir lange nicht wussten, was mit dem Grundstück am bisherigen Paketzentrum an der Kölner Straße passieren wird“, sagt Berghüser.

12 Millionen Euro Investitionsvolumen

Investor auf dem insgesamt zehn Hektar großen Grundstück ist das Unternehmen „Segro“, das an der Fichtenstraße für rund 12 Millionen Euro für die Post baut, aber nicht nur. Weiter nördlich wird auch – in einem zweiten Bauabschnitt – das Industriedenkmal kernsaniert und es werden vier Neubauten mit mehr als 4000 Quadratmetern Bürofläche errichtet. Das Areal, auf dem früher die Verzinkerei Hein-Lehmann ansässig war, hatte „Segro“ 2008 von der Stadt gekauft. Bei dem Unternehmen freut man sich natürlich über den milden Winter. „Die Witterung sorgte für einen guten Baufortschritt“, sagte gestern Sebastian Schmelz, „Segro“-Regional-Direktor für Düsseldorf.

Wenn die Zustellbasis im November ans Netz geht, sind auch rund 170 Mitarbeiter mit an die Fichtenstraße gezogen. 160 Beschäftigte arbeiten derzeit noch im Paketzentrum an der Kölner Straße. Im neuen Zentrum kommen Techniker und Wartungspersonal dazu. „Die Arbeitsbedingungen werden sich deutlich verbessern“, sagt Werner Berghüser. „An der Kölner Straße war es zugig, das ist nicht mehr der Fall.“ Zumal werde an der Fichtenstraße „körperhoch“ gearbeitet. Heißt: Die Postler müssen sich nicht mehr bücken und zum Teil 30 Kilogramm schwere Pakete stemmen.

 
 

EURE FAVORITEN