Die radelnde Fahrrad-Truppe

Sie haben sich schnell für diese neue Aufgabe beworben: 32 Polizisten traten gestern in Düsseldorf ihren Dienst mit dem Fahrrad an. Ein Schwerpunkt: Streife fahren in den Brennpunkten.
Sie haben sich schnell für diese neue Aufgabe beworben: 32 Polizisten traten gestern in Düsseldorf ihren Dienst mit dem Fahrrad an. Ein Schwerpunkt: Streife fahren in den Brennpunkten.
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Ab sofort sind in Düsseldorf 32 Polizei-Biker im Einsatz. Die erste Polizei-Fahrradstaffel soll auch für mehr Sicherheit in den Brennpunkten sorgen. Ein Schwerpunkt wird die Altstadt sein.

Düsseldorf.  Sie präsentieren sich in körperlicher Bestform. Sie müssen es auch. Ihre (PS-)Stärke liegt in den Wadenmuskeln. 32 Frauen und Männer der Düsseldorfer Polizei sind ab sofort mit dem Fahrrad auf Streife.

Und sie müssen im Ernstfall blitzschnell sein, um Täter zu verfolgen und zu schnappen. Gestern nahm Düsseldorfs erste Polizei-Fahrradstaffel ihren Dienst auf. Polizeipräsident Norbert Wesseler, Initiator dieses Projektes, ist vom Erfolg der uniformierten Radler-Truppe überzeugt. „Damit sind wir noch mehr auf den Straßen präsent. Und die Bürger werden mit uns mehr ins Gespräch kommen.“ Denn einen Radfahrer kann man leichter ansprechen, als einen Streifenbeamten hinter der Autofensterscheibe.

Auch wenn der erste Auftritt der gelb-dunkelblau gekleideten Staffel vor dem Kö-Bogen fast an eine Image-Kampagne für die Polizei erinnert, so macht Polizeidirektor Wolfgang Töpfer gleich klar. „Das sind keine Schönwetter-Polizisten.“ Die Polizei-Biker machen wie die Beamten im Polizeiwagen ganz normalen Streifendienst, erhalten ihre Einsatzaufträge per Funk von der Leitstelle im Präsidium und sollen gerade auch in „Angsträumen und Brennpunkten“ Streife fahren, um dort für mehr Sicherheit zu sorgen und besorgten Bürgern zu signalisieren: „Wir sind hier.“

Einsatzgebiete sind unter anderem Parkanlagen wie der Hofgarten und die Altstadt mit ihren Fußgängerzonen, wo sich die Polizisten im Falle des Falles sofort auf den Sattel schwingen können und mutmaßlich vor dem ersten Streifenwagen den Ort des Geschehens erreichen werden. Auch Poller sind für sie kein Hindernis. Der einzige Nachteil: Die Polizei-Fahrräder verfügen weder über Sirene noch Blaulicht. Da hilft nur lautes Rufen: „Machen Sie Platz. Hier kommt die Polizei!“

Zu erkennen sind die Beamten leicht an den Polizei-Aufschriften auf der gelb-blauen Fahrrad-Kleidung. Wetterfest müssen sie sein. Die Regenjacke gehört zur Standardausrüstung. Die Mitnahme der Dienstwaffe ist selbstverständlich. Zusätzlich ausgestattet mit Polizeikelle und einer Warnblink-Lampe bei Unfällen sind die acht Polizei-Radler der Verkehrsdirektion, die vor allem bei ihren Kontrollen auf das richtige Verhalten von Radfahrern und Fußgängern achten. Verwendet werden vor allem 24-Gänge-Mountain-Bikes, aber auch zwei elektrobetriebene Pedelecs.

Erste Erfahrungen hat die Fahrrad-Staffel beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel gemacht, wo sie mühelos die Absperrungen umfuhr. Eine Streife konnte bereits einen flüchtenden Dieb stellen. Alle 32 Polizisten haben sich freiwillig für den Dienst mit dem Fahrrad gemeldet. „Ich wollte eine neue Aufgabe“, erzählt der 30-jährige Polizeikommissar Henri Schober. Auf dem Sattel fühlt er sich von Bürgern auf Anhieb mehr akzeptiert. „Die Menschen sind aufgeschlossener. Auf dem Fahrrad wirkt man nicht martialisch. Es gibt durchweg freundliche Reaktionen auf unsere Staffel.“

 
 

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