Die Parkplatznot der Radfahrer

Von Michael Mücke
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann

Düsseldorf.  Die Parkplatznot in Düsseldorf ist ein Dauerärgernis. Doch nicht nur die Autofahrer sind genervt, sondern auch zunehmend Radfahrer, die keinen geeigneten und keinen wetterfesten Stellplatz für ihr Zweirad finden.

Das Problem ist dem Verkehrsdezernat bewusst, der Politik ebenso. CDU und FDP weisen darauf hin, dass gerade die Innenstadt stark geprägt durch Altbauten ist, die in der Regel nicht über eine Tiefgarage verfügen und es somit gar keine oder nur wenige Abstellflächen für Fahrräder gibt.

Und Kellerräume, so erklären SPD, Grüne und Linke, seien nur schlecht mit Fahrrädern zugänglich. Über mögliche Lösungen diskutierte am Mittwoch der Ordnungs- und Verkehrsausschuss.

Die Opposition fordert, Fahrradparkhäuschen auf Straßen zu installieren, in denen bis zu zwölf Räder trocken und diebstahlsicher untergebracht werden können. Im Prinzip eine gute Idee. Sagen auch CDU und FDP, geben aber zu bedenken, dass solche Fahrradhäuschen ins Stadtbild passen, also entsprechend gestaltet werden müssten. Vor allem aber können nur wenige Radfahrer diese Häuschen nutzen, die deutlich mehr Platz benötigen als normale Fahrradbügel, von denen 8000 gibt. Und schon für die „ist es aus Platzgründen schwierig, geeignete Standorte zu finden“, betonen Andreas Hartnigk (CDU) und Manfred Neuenhaus (FDP).

Auch Verkehrsdezernent Stephan Keller gibt hier einen deutlichen Dämpfer. Fahrradhäuschen, so sehr sie auch zu befürworten sind, kann es nur in einzelnen Fällen geben. „Der begrenzt zur Verfügung stehende Raum ist ein Hauptproblem unserer Straßen- und Verkehrsplanung“, macht er deutlich. „Überdachte Fahrradhäuschen mit einem Durchmesser von drei Metern können keine flächendeckende Patentlösung sein.“ Zudem habe die Stadt nicht das Personal, um solche Anlagen zu unterhalten. Möglich, so Keller, sei aber das Dortmunder Modell. Dort gründeten Bürger einen Verein und kauften Fahrradhäuschen, die sie in Eigenregie in Schuss halten wollen - sogar mit Anschluss für E-Bikes.

In Düsseldorf sieht der Beigeordnete folgende Lösungsansätze: Es müssten „in erster Linie alle Möglichkeiten genutzt werden, geeignete Fahrrad-Abstellanlagen im privaten Bereich vorzusehen.“ Darauf müsse gerade bei Bauanträgen für Neubauten geachtet werden.

Die SPD hat nicht nur die Wohnviertel im Blick. Sie befürwortet Pläne der Zukunftswerkstatt, während der Saison eine Verleihstation an der Rheinuferpromenade zu betreiben, damit Besucher, die kein eigenes Rad haben, von dort aus eine Radtour machen können. Auf Anfrage der SPD kommt für Dezernent Keller dafür nur der Bereich unter der Kniebrücke in Frage. Auf der Promenade selbst sei wegen der vielen Veranstaltungen kein Platz.