Die neue Kita soll ans Wäldchen

Monheim..  Anders als Bereichsleiterin Andrea Griese-Pelikan befürchtet hatte, löste ihre zaghafte Andeutung, Monheim brauche eine weitere Kita, kein verbreitetes Entsetzen in der Politik aus. Vielmehr wurde im Jugendhilfeausschuss dankbar zur Kenntnis genommen, dass die Verwaltung schon zwei mögliche Standorte ausgeguckt hat: das Wäldchen an der Oranienburger Straße und das ehemalige Freibadgelände des Mona Mare. „Eine neue viergruppige Einrichtung von der Größe der Blauen Kita würde etwa 3000 der 10 000 Quadratmeter großen Fläche beanspruchen, wobei das Außengelände in den Wald integriert werden könnte“, erklärte Bürgermeister Daniel Zimmermann. Eine Einrichtung wiederum auf dem 13000 Quadratmeter großen Gelände der Allwetter GmbH würde sich auch mit der geplanten Wohnbebauung vertragen. Alexander Schumacher (SPD) wandte ein, dass die Stadt vor Jahren einen B-Plan bezüglich des Wäldchens wegen Protesten der Anwohner zurückziehen musste. „Der größere Rest bliebe ja der Öffentlichkeit erhalten“, so Zimmermann. Die Anregung Schumachers, auch das Gelände der Anton-Schwarz-Schule als Standort zu prüfen, wies Zimmermann mit Blick auf die Dringlichkeit des Problems zurück: „Eine Kita dort könnte nach dem Auslaufen der Schule erst 2019 fertig sein, das wäre zu lang hin“. „Es ist sehr gut zu hören, dass die Stadt mit Druck daran arbeitet, neue Kita-Plätze zu bauen“, kommentierte Kurt Peters als Vertreter der katholischen Kirche die Pläne. Er beklagte insbesondere die Überbelegung der Kitas. „Die Einrichtungen ächzen unter dem Druck“. Zumal die Kinder auch immer schwieriger würden. Auch bemängelte er, dass die Kommunikation zwischen den Einrichtungen und dem Jugendamt in der Vergangenheit „holperig“ gewesen sei, man sollte „mehr miteinander sprechen“.

Aus anderen Gründen gestört ist die Kommunikation auf technischer Ebene: Das elektronische Meldesystem „Kivan“, das seit Mitte 2014 das Anmeldeverfahren vereinfachen sollte, funktioniere immer noch nicht, wie Bereichsleiterin Griese-Pelikan berichtete.

Folgen der Geb+ührenfreiheit

Ein gutes Jahr nach Einführung der Gebührenfreiheit muss sich die Politik jetzt mit den Folgen auseinandersetzen. „Ob die Betreuung benötigt wird oder nicht, es wird ein Kontingent von 45 Stunden gebucht – kostet ja nichts“, sagte Peters. „In den Kitas sieht es problematisch aus“, bestätigte Maritta Dykmanns-Nagy, Leiterin der Awo-Kita Kunterbunt in Baumberg. Ihre im November der Stadt übermittelte Warteliste sei seitdem durch Zuzüge weiter angewachsen. „Weil diese Familien die Dringlichkeitskriterien erfüllen, schnappen sie den Monheimern die Plätze weg.“

Zimmermann entgegnete, dass Kinder, die noch nicht in Monheim wohnten, wie auswärtige Kinder zu behandeln seien. Grundsätzlich plädierte er noch einmal für das Prinzip der Familienfreundlichkeit als Motiv für die Beitragsfreiheit. „Wir wollen doch, dass sich Familien hier ansiedeln.“ Dazu gehöre auch, dass auswärtige Kinder in den Betriebskindergärten mitfinanziert werden. Künftig solle aber darauf geachtet werden, dass für die Aufnahme in einer freien Kita noch weitere Kriterien als die Erwerbstätigkeit der Eltern gelten müssten, etwa, dass die Großeltern in Monheim wohnen. Aufgrund einer Gesetzesänderung bestehe zudem künftig die Chance, dass Monheimer Kinder, die in anderen Städten betreut werden, von der Beitragsfreiheit profitieren. „Die Kommunen sollen untereinander Erstattungszahlungen leisten können“, erklärte er.

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