Die Feuerwehr warnt vor gefährlichen Kerzen auf Weihnachtsbäumen

Die Feuerwehr weist in der Vorweihnachtszeit darauf hin, dass brennende Kerzen als Baumschmuck gewisse Gefahren bergen.
Die Feuerwehr weist in der Vorweihnachtszeit darauf hin, dass brennende Kerzen als Baumschmuck gewisse Gefahren bergen.
Foto: Stefan Arend / WAZ FotoPool
Die Feuerwehr in Düsseldorf musste im vergangenen Jahr hunderte Male ausrücken. Verhältnismäßig oft wegen brennender Weihnachtsdekoration und entflammten Tannenbäumen. Auch das ein oder andere Fondue-Gerät mussten die Feuerwehrleute löschen. Ein Überblick der Alltags-Gefahren in der Weihnachtszeit.

Düsseldorf. Zwei Uhr nachts, bei der Feuerwehrleitstelle in der Hüttenstraße geht ein Notruf ein. „In einem Geschäft auf der Hafenstraße brennt es“, ruft eine Frau in den Hörer. Mehrere Brandbekämpfer fahren mit Blaulicht los in die Altstadt. Schnell rollen die Feuerwehrmänner die Schläuche aus. Wasser marsch! Zeitgleich werden mehrere Bewohner aus dem Dachgeschoss des Hauses mit der Drehleiter vor dem beißenden Rauch in Sicherheit gebracht.

Nach einigen Minuten ist der Brand gelöscht. Und die Feuerwehrleute stellen fest: Eine heruntergebrannte Kerze eines Adventsgesteckes war schuld an dem Feuer. Ein Mitarbeiter des Ladens hatte vergessen, sie auszumachen, als er in den Feierabend verschwand.

Solche Fälle haben die Brandbekämpfer aus der Hüttenstraße und Münsterstraße von Ende November bis Neujahr andauernd. Letztes Jahr musste die Feuerwehr 419 mal ausrücken, 45 Fälle standen in unmittelbarem Zusammenhang mit Weihnachtsdekoration, entflammten Tannenbäumen oder Silvesterartikeln. Oft kommt es auch zu Fettbränden, wenn das Fondue oder Raclette in Brand gerät. Und dann wird es richtig gefährlich.

Wasser auf brennendes Öl führt zu einer großen Stichflamme

Denn wer Wasser auf brennendes Öl gießt, muss mit einer meterhohen Stichflamme rechnen. „Diesen Fehler begehen immer noch zu viele Menschen. Es ist eine instinktive Reaktion: ‘Oh, es brennt, Wasser löscht ja.’ Das ist aber grundverkehrt“, erklärt Peter Albers, Leiter der Feuerwehr in Düsseldorf. Lieber solle man einen Deckel oder ein Backblech auf den Topf schieben. Zur Weihnachtszeit häufen sich diese Fettbrände, aber auch so müssen die Feuerwehrleute mindestens einmal im Monat zu einem solchen Fall ausfahren.

Die explosionsartig brennenden Christbäume gibt es hingegen nur zur Weihnachtszeit. Dafür aber in rauen Mengen, wissen die Brandbekämpfer. Im vergangenen Jahr brannte unter anderem in Pempelfort ein geschmückter Tannenbaum am 21. Dezember. Er hatte auf einem Tisch gestanden, eine Kerze war heruntergebrannt und in wenigen Sekunden stand der Baum lichterloh in Flammen.

Rechtzeitiges Eintreffen verhinderte eine mögliche Katastrophe

„Wenn dann noch eine Gardine in der Nähe hängt oder eine Tischdecke direkt darunter liegt, steht innerhalb kürzester Zeit der ganze Raum in Flammen“, erklärt Heinz Engels von der Feuerwehr. Bei dem Baum in Pempelfort kamen die Brandlöscher noch rechtzeitig. So konnte das Feuer sich nicht ausbreiten.

Wer nun trotz aller Gefahr immer noch echte Kerzen verwenden will, sollte einfach vorsichtig sein. Heinz Engels meint: „Ich finde echte Kerzen auch schön. Aber dann muss ich sie auch ausmachen, sobald ich den Raum verlasse. Sonst wird aus dem besinnlichen Weihnachtsfest ganz schnell eine brenzlige Situation.“