Die fast unsichtbare Fahrrad-Spur

Gerresheim.  Der knapp zehn Millione Euro teure Umbau der Bender-straße, der am 13. Februar im Rat beschlossen wird, soll mehr Platz für die Fußgänger und für die Radfahrer schaffen. Doch für die Biker sieht die Planung gar keine gesonderte Fahrradspur beziehungsweise einen Schutzstreifen mit einer Trennlinie vor. Wie kommt’s?

In der Verwaltungsunterlage steht ausdrücklich: „Die Fahrspur besteht aus einem Gleisbereich von 2,80 m und einem Randbereich von 1,50 m, auf dem der Radverkehr geführt wird.“ Heißt: Autofahrer und Bahnfahrer fahren auf einer Spur- und rechts daneben die Radfahrer. Das sei problemlos möglich, betont Lutz Schwarz, städtischer Abteilungsleiter für die Verkehrsplanung. „Für die Radfahrer ist genug Platz.“

Aber warum dann keine weiße Linie? Weil ein Fahrrad- oder Schutzstreifen dort „nicht den Normen“ entsprechen würde, lautet die einfache Antwort des Verkehrsplaners. Denn dann müsste neben dem Fahrradstreifen ein zusätzlicher Sicherheitsabstand zur Parkspur gewährleistet werden. Dafür aber ist der Straßenquerschnitt (8,60 Meter in beiden Richtungen) doch zu schmal.

Deshalb haben die Verkehrsplaner zu einer Lösung gegriffen, die sie auch beim Umbau der Birkenstraße mit einem ähnlichen Straßenprofil vor eineinhalb Jahren angewendet haben. Dort wurden auf dem rechten Rand der Fahrbahn Fahrrad-Piktogramme aufgetragen, um den Autofahrern ein deutliches Signal zu geben, auf Biker Rücksicht zu nehmen und ausreichenden Abstand zu halten. An den Einmündungen der Benderstraße wird das Pflaster für die Pedaler rot gefärbt, damit die Autofahrer, die abbiegen wollen, keine Radfahrer übersehen. In Höhe der Haltestellen werden die Biker zudem auf Radwege geleitet. Auf der Birkenstraße habe man mit diesem Modell gute Erfahrungen gemacht, so das Verkehrsdezernat.

Es ist ein Modell von mehreren. Wo es möglich ist, sollen künftig Biker auf eigenen Fahrrad- oder Schutzstreifen fahren. Erst vor wenigen Tagen stellte Verkehrsdezernent Stephan Keller entsprechende Pläne für die Karlstraße nahe des Hauptbahnhofes vor.

Die Gerresheimer Bezirksvertretung hatte dem Umbau der Bender-straße diese Woche zugestimmt. Nur die FDP war dagegen. Ende 2016 ist die neue Straße fertig. Damit die Stadtbahn-Linie U 73, die sich dann mit dem Autoverkehr eine Spur teilt, nicht von Falschparkern blockiert wird, soll die Stadt rigoros gegen das Zweite-Reihe-Parken vorgehen.

 
 

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