Die Falken von Düsseldorf

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Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf..  Dass ein Wanderfalken-Paar mitten im Stadtgebiet brütet, das hat die Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz (AGW) erreicht. Gestern informierte sich Staatssekretär Horst Becker, im Rahmen der Sommertour „wildes NRW“, über den Bestand von Falken in Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen.

In den 70er Jahren war der Wanderfalke fast vollständig aus NRW verschwunden. Zerstörung der Wälder, intensive Landwirtschaft und vor allem der Einsatz von Pestiziden hatten den geschickten Flieger in weiten Teilen Europas ausgerottet, nur wenige Paare überlebten. Nachdem die Gesetze zum Einsatz von Chemikalien in der Schädlingsbekämpfung verschärft worden waren, kehrt auch der Wanderfalke langsam aber sicher zurück.

Dabei wurde er unterstütz von Organisationen wie der AGW. Bei seiner Rückkehr suchte sich der Falke auch verstärkt Brutplätze in städtischen Regionen. „Falken brauchen eine weite Sicht und viel Wind“, weißt Andreas Bäumler von der AGW.

Beides finden sie auf Kirchtürmen oder Fabrikschornsteinen. Somit wurde der Wanderfalke zum Kulturfolger. Fünf Brutpaare leben inzwischen in Düsseldorf, 88 Jungvögel wurden in den letzten Jahren hier aufgezogen. Das erste Paar im Stadtgebiet nistet seit 2000 auf dem Rheinturm. Auf der Suche nach neuen Brutplätzen legen die Tiere weite strecken zurück. So wurden in NRW Falken mit Beringung aus Baden-Württemberg und Sachsen gefunden. Das Weibchen, das sein Nest auf dem Turm von St. Suitbertus hat, wurde in Neuss geboren. Sie hat, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, der aus Düsseldorf stammt, das bis dahin auf dem Turm ansässige Turmfalkenpaar vertrieben, lebt dort im Moment mit drei Jungen. Wanderfalken sind geschickte Flieger und die schnellsten lebenden Tiere. Im Sturzflug könne sie leicht über 300 Kilometer in der Stunde erreichen. Mit dieser Geschwindigkeit stoßen sie bei der Jagd auf ihre Beute, zum Beispiel Tauben und Möwen, herab. Zur Verteidigung ihrer Brut greifen sie auch größere Tiere an, selbst für Adler können sie gefährlich werden.

Anders als Turmfalken sind sie für die Jagd am Boden nicht geeignet. Daher stellen Wanderfalken ausschließlich Vögeln nach.

Die Tier- und Pflanzenwelt in NRW ist sehr reichhaltig, über 43 000 Arten gibt es hier. Allerdings gelten davon fast die Hälfte als bedroht, viele sind bereits ausgestorben, etwa der Luchs, der Fischadler oder der Wolf. Andere, wie der Lachs, der Biber oder eben der Wanderfalke sind in den letzen Jahren zurückgekehrt. „Wir waren dabei, die Festplatte der Natur zu löschen. Da müssen wir gegensteuern“, sagt Horst Becker. Mit Initiativen wie der AGW ist ein erster Schritt getan.

 
 

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