Die ersten Fahrrad-Streifen

Ab April ist diese Fahrrad-Streife des OSD auf Patrouille. Auf dem Sattel: Dienstgruppenleiter Matthias Urban (43) und Andre Spandler (21).Foto:Lars Heidrich
Ab April ist diese Fahrrad-Streife des OSD auf Patrouille. Auf dem Sattel: Dienstgruppenleiter Matthias Urban (43) und Andre Spandler (21).Foto:Lars Heidrich
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Düsseldorf..  Achtung, die Radfahrer kommen - und diesmal in Uniform. Als eine der ersten Metropolen bundesweit schickt die Stadtverwaltung eigene Fahrrad-Streifen auf die Straßen.

Der Ordnungs- und Servicedienst (OSD) richtet eine sechsköpfige Fahrrad-Staffel ein. Ab dem 1. April treten die Ordnungshüter in die Pedale.

Von früh bis spät wird dann während der drei Schichten immer eine Doppelstreife mit dem Radl unterwegs sein. Die Stadt-Sheriffs hatten selbst die Idee dafür und ihr oberster Chef, begeisterter Fahrrad-Fahrer, will es auf einen Versuch ankommen lassen. Beigeordneter Stephan Keller sieht die strampelnden Ordnungshüter sogar als Werbeträger für die Stadt. „Das kommt bestimmt sympathisch rüber, wenn der OSD auf Rädern unterwegs ist“, meint der Ordnungs- und Verkehrsdezernent.

Doch der eigentliche Grund für die Kampagne ist, dass der OSD mit seinen Fahrzeugen nicht überall hinkommt und zu Fuß nicht schnell genug ist. „Es klafft eine Lücke zwischen Fuß- und Autostreifen“, gibt der Dezernent zu bedenken. Und zwar für Einsatzgebiete wie am Rheinufer, in Naturschutzgebieten, in Parkanlagen oder im Stadtwald, wo der Ordnungs- und Servicedienst vor allem gegen Müllsünder und Ruhestörer vorgehen muss. Dort wären die OSD-Mitarbeiter auf dem Fahrrad deutlich schneller als zu Fuß am Ziel. Im Auto sind sie im Grünen nicht gerne gesehen.

„Wir werden mit dem Pilotprojekt prüfen, ob die Fahrrad-Streifen eine sinnvolle Ergänzung sind“, erklärt Dezernent Keller. „Ich persönlich glaube es.“ Die uniformierten Biker sollen zudem gezielt gegen Falschparker auf Radwegen und Fahrradspuren vorgehen.

Die Kosten für den diesjährigen Test sind mit rund 14 000 Euro überschaubar. Es wurden mehrere Fahrrad-Träger angeschafft, die mühelos auf den Anhängerkupplungen der Dienstwagen montiert werden können. Das spart viel Zeit, weil die Fahrrad-Streifen nicht von ihrer Dienststelle an der Worringer Straße bis zu weit entlegenen Einsatzorten wie in Kaiserswerth den ganzen Weg auf dem Sattel zurücklegen müssen.

Gekauft wurden sowohl zwei E-Bikes als auch zwei Trekking-Räder, um zu testen, welche Modelle für den Dienst besser geeignet sind. Mit einem elektrischen Antrieb kommt die Streife zwar nicht ins Schwitzen. Aber E-Bikes sind auch deutlich schwerer - und bei Verfolgungsfahrten vielleicht doch nicht wendig und schnell genug.

Die OSDler werden mit pedalgeeignetem Schuhwerk, Fahrradhelm und einer grell reflektierenden Sicherheitsweste ausgestattet. Einzige Voraussetzung für die Mitarbeiter ist das Sportabzeichen. Schließlich soll keiner auf dem Radl schlapp machen.

Am Ende der Fahrrad-Saison wird das Ordnungsdezernat im Herbst Bilanz ziehen. „Dann entscheiden wir, ob wir das Projekt verlängern oder gar ausbauen werden“, so der Beigeordnete.

 
 

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