Die ersten Bahnsteige für die Wehrhahnlinie sind schon da

Die Arbeiten für die Wehrhahnlinie in Düsseldorf kommen gut voran. Foto: Kai Kitschenberg/WAZFotoPool
Die Arbeiten für die Wehrhahnlinie in Düsseldorf kommen gut voran. Foto: Kai Kitschenberg/WAZFotoPool
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Es wird rund um die Uhr gearbeitet. Deswegen sind die Bauarbeiten für die U-Bahnlinie Wehrhahn in Düsseldorf im Zeitplan. Die gute Nachricht für die Anwohner: Da die Arbeiten immer mehr unter Tage stattfinden, gibt es über Tage etwas weniger Schmutz und Lärm.

Düsseldorf. Die Männer lassen sich immer weniger oben blicken. Die meisten der 400 Bauarbeiter für die Wehrhahnlinie in Düsseldorf arbeiten bis zu 20 Meter in der Tiefe, errichten meterdicke Wände und Decken - und die ersten Bahnsteige.

Rund um die Uhr wird geschuftet. „Doch dafür sind wir im Zeitplan“, freut sich Projektleiter Gerd Wittkötter. „Wir kommen gut voran. Wir werden die Linie pünktlich im Jahre 2015 in Betrieb nehmen“, prognostiziert Verkehrsdezernent Stephan Keller. „Und die Arbeiten verlegen sich immer mehr unter die Erde. Das ist die gute Nachricht für die Anwohner.“ Es wird etwas weniger Lärm und Schmutz geben.

Noch in diesem Jahr sollen die ersten beiden U-Bahnhöfe im Rohbau fertig sein: die künftige Station Graf-Adolf-Platz bereits im Oktober und der Halt Kirchplatz im Dezember.

Über Pfützen und Matsch

Noch ist der Einstieg in den U-Bahnhof Graf-Adolf-Platz mühsam. Über ein Behelfstreppengerüst geht es 22 Meter tief runter. Auf dem Boden bilden sich dicke Pfützen. Überall wird in diesem dunklen riesigen Baukörper gebohrt und gebaggert. Nur die 1,3 Kilometer lange Tunnelröhre von Bilk bis zur Benrather Straße ist hell erleuchtet.

16.000 Kubikmeter Beton wurden und 2500 Tonnen Stahl wurden bereits im U-Bahnhof verarbeitet. Allein die Betonsohle ist bis zu zwei Meter dick und die Stirnwände bis zu 1,20 Meter. Die neuen Betonmauern an den Seiten machen die dahinter liegenden Schlitzwände überflüssig. Doch rausziehen will sie keiner mehr. Tunnel-Schrott, der liegen bleibt.

Mit ein bisschen Fantasie kann man sich unten den künftigen U-Bahnhof bereits gut vorstellen. Die Dimensionen sind schon klar zu erkennen. Der Ausgang Graf-Adolf-Platz ist eigentlich so gut wie fertig. Ach, ja - die Treppe fehlt noch. Peanuts.

Dafür sind schon die ersten Bahnsteige hochgezogen worden. Und 360 Meter weiter, kurz vor dem U-Bahnhof Kirchplatz ist ein Stück Gleis verlegt worden. Das ist gerade mal ein paar Meter lang. Da passt ja nicht mal eine kleine Lok rauf. Muss auch nicht.

Für die Rüttelmaschine - und auf die kommt es an - ist Platz genug. Denn kurz vor dem Fürstenwall ist eine kleine Versuchsstrecke errichtet worden. Dort werden durch den Rüttler Schwingungen wie beim U-Bahnverkehr erzeugt. Mit Mess-Sonden auf der Straße und an Häusern prüfen die Experten, ob auch dort Schwingungen auftreten. Wenn ja, muss eine spezielle teure Dämmung im Gleiskörper eingebaut werden. „An manchen Stellen wissen wir, wo das nötig ist. An anderen müssen wir das testen“, erklärt Gerd Wittkötter.

Die Gleise im Südast werden übrigens bereits im Januar 2013 verlegt. Später können dann Baumaterialien auf dem Schienenweg transportiert werden. Dafür werden Baufahrzeuge eingesetzt, die auch auf Gleisen fahren können.

Doch noch einmal heftiger Baulärm

Heftigen Baulärm wird es in den nächsten Wochen und Monaten noch auf der Kasernenstraße, Höhe Benrather Straße geben. Dort werden die letzten Schlitzwände Ende Mai dieses Jahres in die Tiefe gerammt. Danach werden dort die großen Baustoff-Silos demontiert und weggebracht.

Im nächsten Jahr startet dann im Südast (Bilk bis Benrather Straße) der architektonische und technische Ausbau der Bahnhöfe. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

 
 

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