Der Sturm zerstörte rund 17.000 Straßenbäume in Düsseldorf

Vom Winde verweht: Vom Unwetter schwer in Mitleidenschaft gezogene Bäume an der Maximilian-Weyhe-Allee am Hofgarten in der Düsseldorfer Innenstadt.
Vom Winde verweht: Vom Unwetter schwer in Mitleidenschaft gezogene Bäume an der Maximilian-Weyhe-Allee am Hofgarten in der Düsseldorfer Innenstadt.
Foto: Blossey
Die Stadt Düsseldorf legte zwei Tage nach dem Unwetter eine erste Bilanz vor: Danach ist jeder vierte Straßenbaum zerstört. Die Parkanlagen liegen in Trümmern. OB Dirk Elbers beschloss ein Wiederaufforstungsprogramm: Die „Gartenstadt Düsseldorf“ müsse auch in Zukunft „einen Erholungsraum“ bieten.

Düsseldorf.. Sprachlos stehen die Menschen am Rande des Hofgarten. Sie können es nicht fassen, dass der schwere Sturm einen großen Teil des von Maximilian Weyhe geschaffenen historischen Parks in nur wenigen Sekunden platt gemacht hat.

Viele Jahrhunderte alte Bäume knickten um, als wären sie nur Streichhölzer gewesen. Rotbuchen, die noch zu Zeiten des berühmten Düsseldorfer Gartenarchitekten gepflanzt worden waren, liegen am Boden. Und das bekannte Linden-Rondell ist zerstört.

Grüne Oase in der City zerstört

Der Rentner Peter Müller kennt den Hofgarten seit vielen Jahren. Er liebt die grüne Oase in der City - wo gibt es so etwas sonst? Doch sein gestriger Gang fällt ihm sichtlich schwer. Die wunderschönen Magnolien vor dem Schauspielhaus sind in Stücke gerissen. Der Weg von dort zum Rhein ist übersät mit entwurzelten Stämmen, abgeknickten Baumkronen und Geäst. Der Orientierungsplan ist zwecklos. In diesem Dickicht verirrt man sich trotzdem. Nur auf matschigen Trampelpfaden geht es irgendwie vorwärts. Der 70-jährige Peter Müller schüttelt den Kopf. „Ich war hier schon so oft spazieren. Das hier schockt mich wirklich. Ich könnte heulen.“

So wie er denken viele. Eine alte Frau tastet sich mit dem Stock Meter für Meter voran, dreht wieder um, bleibt stehen. Ungläubig schaut sie auf den Trümmer-Park. Drei Worte drücken in diesem Moment ihr ganzes Empfinden aus: „Um Himmels Willen.“

Schadensbilanz ist erschreckend

Ob im Hofgarten oder im zu 60 Prozent zerstörten Rheinpark, im Volksgarten, im am stärksten betroffenen Himmelgeister Rheinbogen oder entlang der Rheinufer in Lörick und von Stockum bis Wittlaer - dieser Sturm hat Düsseldorf sein grünes Kleid regelrecht zerfetzt. Und das schmerzt. Die erste Schadensbilanz ist erschreckend: Rund 17.000 der über 69.000 Straßenbäume sind dem Sturm zum Opfer gefallen, mindestens 8000 wurden schwer beschädigt. Hinzu kommen weitere tausend Bäume, die auf den Friedhöfen umgestürzt sind. Und es kommt wohl noch viel schlimmer: Das Ausmaß der Schäden im 1400 Hektar großen Stadtwald ist noch nicht absehbar. „Meine Kollegen waren bisher nicht dort. Wir mussten erst mal alle Kräfte - insgesamt 200 - zusammenziehen, um die Straßen frei zu machen“, sagt Doris Törkel, die Leiterin des Gartenamtes.

Als sie die Bilder von den Verwüstungen in den Parkanlagen sieht, muss sie schlucken: „Das ist furchtbar. Das ist wirklich ein heftiger Einschnitt.“ OB Dirk Elbers spricht von einer „katastrophalen Situation“ und kündigt ein Wiederaufforstungsprogramm an, das dem neuen Rat in seiner konstituierenden Sitzung vorgelegt wird.

Doch jetzt geht es erstmal um Gefahrenabwehr. Darum, dass nicht plötzlich herunterfallende Äste Spaziergänger treffen, schwer verletzen oder gar töten. „Wir haben unsere Parkanlagen gesperrt“, betont Behördenchefin Törkel. Ebenso die Friedhöfe , die nur - falls möglich- für Beerdigungen geöffnet werden. Der Hofgarten wurde zwar mit Flatterbändern gesichert. Aber die werden von den vielen Schaulustigen missachtet. Und im Rheinpark pausieren Fußgänger auf den Sitzbänken trotz der bedrohlichen Schieflage der Bäume.

Die Stadt wiederholt gebetsmühlenartig ihre Appelle an die Bürger, bis auf Weiteres den Stadtwald, die Grünanlagen sowie deren Spielplätze nicht zu betreten. „Ein Aufenthalt dort ist wirklich sehr gefährlich“, warnt Rathaus-Sprecher Volker Paulat.

 
 

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