Der Bunker wird zum „Schmetterling“

Düsseldorf.. Dreckig, grau, verwildert und verwettert: Viele Anwohner bezeichnen den Betonklotz unverblümt als den Schandfleck des Viertels. Jetzt machen sich zwei gebürtige Heerdter daran, ihn in ein Vorzeige-Objekt zu verwandeln.

Die „741 Projektentwicklung“ startet das Projekt „Papillon“. In dem 1941 gebauten Hochbunker an der Pariser Straße 100 entsteht ein außergewöhnliches und luxuriöses Wohn-Ensemble. Hier wachsen auf einer Fläche von 3500 m² insgesamt 24 Terrassen- und Penthouse-Eigentumswohnungen, teilweise mit spektakulärem Rheinblick. Für die Realisierung nehmen die Macher rund 17 Millionen Euro in die Hand.

Schutz gesucht

Die Idee dazu stammt von Werbe-Experte Peter Jung (44) und Bankkaufmann Andreas Bahners (35). „Wir sind beide Heerdter Jungs und fest im Viertel verwurzelt. Schon unsere Eltern haben im Zweiten Weltkrieg in dem Bunker Schutz gesucht. Wir wollen unserem Stadtteil etwas zurückgeben und aus dem Schandfleck etwas Sinnvolles und Schönes machen“, sagt Jung. Deshalb auch der Name „Papillon“, weil sich bildlich eine hässliche Raupe in einen filigranen Schmetterling verwandeln soll.

Für Elektroautos

Mit weiteren Partnern gründete das Duo die „741 Projektentwicklung“ und kaufte den Bunker im vergangenen Jahr für 1,3 Millionen Euro von einer Vermögensverwaltungs-Gesellschaft. Neben seiner einzigartigen Bausubstanz zeichnet sich das Projekt durch ein innovatives Parkkonzept aus. Der Clou: Das eigene Auto kann mit einem speziellen Aufzug auf die Terrasse neben der eigenen Wohnung gehievt werden werden.

Die 24 exklusiven Wohnungen mit einer Raumhöhe von 2,80 Meter werden auf sieben Geschossen realisiert. Die zwischen 70 und 240 Quadratmeter großen Wohnungen haben Terrassenflächen bis zu 180 m² und verfügen über einen sogenannten CarLoft-Stellplatz. „Der ist nicht nur für den Autoliebhaber von besonderer Bedeutung, sondern auch für Familien mit Kindern und für ältere Menschen ist der Stellplatz an der eigenen Wohnung äußert komfortabel, da Einkäufe oder Gehhilfen quasi ebenerdig in die Wohnung gebracht werden können“, erläutert Jung. Auf Wunsch werden auch Steckdosen für das Aufladen von Elektroautos installiert. Nach Karlsruhe und Berlin ist Düsseldorf erst der dritte CarLoft-Standort in Deutschland. Für Besucher oder für den Zweitwagen ist noch eine Tiefgarage mit 26 Plätzen vorgesehen. Die kleinsten der Eigentumswohnungen sind ab 2950 Euro pro m² erhältlich, für die geräumigsten Penthouses bis zu 7000 Euro pro m² zu berappen. Die Vermarktung hat gestern begonnen.

Mit „Papillon“ wird ein ungewöhnliches Stück Düsseldorfer Architekturgeschichte realisiert. Die Idee, den verwaisten Hochbunker mit neuem Leben zu füllen, ist nicht neu. Bereits seit dem Jahr 2000 versuchten es unterschiedliche Unternehmer, unter anderem Kunsthändler Helge Achenbach, vergeblich. „Jetzt hat endlich jemand den Mut, aus dem Kriegsdokument ein Wohnquartier zu machen“, lobte Bezirksvorsteher Rolf Tups.

9000 Tonnen Beton

Noch in diesem Jahr werden riesige Diamantseilsägen die 2,30 m dicken Außenwände des 71 Jahre alten Bunkers, der 17 Meter hoch, 16 Meter breit und 42 Meter lang ist, aufschneiden und Zwischendecken entfernen. Dabei weichen 2750 der insgesamt 9000 Tonnen an Stahlbeton. Nach der Öffnung des Gebäudes wird dann nach und nach aufgestockt.

Heizung und Kühlung des Gebäudes erfolgen später mit Wärmepumpen und Eisspeichern, begrünte Dachflächen werden mit Wärme-Absorbern ausgestattet, Zu- und Abluft durch moderne Wärmerückgewinnungssysteme kontrolliert. Die Fertigstellung des „Papillon“ ist für Mitte 2014 geplant.

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