Demenz-WG vor der Einweihung

Inge Niewerth (63) mit dem Foto ihrer Mutter Emilia Alma Staake, die demnächst hier einzieht.                               Foto: Lars Heidrich
Inge Niewerth (63) mit dem Foto ihrer Mutter Emilia Alma Staake, die demnächst hier einzieht. Foto: Lars Heidrich
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Hilden..  „Heute rede ich, aber einziehen wird hier meine Mutter“, lacht Inge Niewerth und nimmt Platz auf dem grünen Sofa im Gemeinschaftsraum. Von diesem Herz der Wohngemeinschaft gehen zehn Türen ab – zu den Privaträumen derer, die hier ab dem 1. September einziehen werden. Im Haus Schumannstraße 16, direkt neben der Friedenskirche, entsteht die erste Wohngemeinschaft an Demenz erkrankter Menschen in der Stadt. Gestern wurde die WG vorgestellt, in der noch drei Plätze frei sind.

„Ich wollte meine Mutter, die fast 90 Jahre alt ist, nicht einfach in einem Heim abgeben“, sagt Inge Niewerth. Hier in der WG wird es freier zugehen, mit einer Betreuung rund um die Uhr zwar, aber selbst bestimmt. „Die Angehörigen haben sich in den vergangenen Wochen oft getroffen, um gemeinsam viele Details des Zusammenlebens festzulegen“, sagt Pfarrerin Sonja Schüller, die das Projekt begleitet. So haben sie sich auf einen Pflegedienst geeinigt, zu dessen Bezahlung jeder Mieter über seine Pflegestufe beiträgt. Das Mittagsessen, die Zahl der Ausflüge, die Gemeinschaftsaktivitäten – vieles musste miteinander besprochen und festgelegt werden. Nun werden die Mieter nach und nach in die von der Diakonie betriebene WG einziehen. Zuvor wollen sie am 24. August mit der Eröffnungsfeier einen offiziellen Auftakt schaffen und beim Tag der offenen Tür am 28. August Interessenten das Wohnkonzept vorstellen. Danach gilt es , sich aufeinander einzustellen, die Möbel einzuräumen und die Nachbarschaft im Hildener Norden zu erkunden. Im Wintergarten mit eigenem Sinnesparcours können die WG-Bewohner ihre Runden drehen, wenn sie dann wieder einmal die innere Unruhe packt, die so typisch ist für Demenzkranke.

 
 

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