Dauerhaftes Lichtspektakel am Düsseldorfer Rheinturm?

Vom Rheinturm strahlt eine Lichtinstallation zum 70. NRW-Geburtstag. Mehr als 50 Strahler mit zusammen 440 000 Watt erzeugen die Lichtsäulen.
Vom Rheinturm strahlt eine Lichtinstallation zum 70. NRW-Geburtstag. Mehr als 50 Strahler mit zusammen 440 000 Watt erzeugen die Lichtsäulen.
Foto: dpa
Eine dauerhafte Lichtinstallation am Düsseldorfer Rheinturm – die Bürgerstiftung DUS-illuminated würde das begrüßen. Aber dafür wären Millionen nötig.

Düsseldorf. Strahlend schön erleuchtet er den Düsseldorfer Himmel – der „Rheinkomet“, die Lichtinstallation, die zum NRW-Fest am vergangenen Wochenende am Rheinturm errichtet wurde. Seitdem häufen sich Fragen, beispielsweise zu der Repräsentation und der Zukunft des Projekts. Die große – meist positive – Resonanz auf die imposante Lichtshow hat die dafür zuständige Bürgerstiftung DUS-illuminated überrascht. „Auch von der Jugend wurde das Projekt gut aufgenommen. Wir haben zahlreiche Zuschriften bekommen – auch über die sozialen Netzwerke“, sagt Dagmar Schäfer-Gehrau von der Bürgerstiftung.

Spenden benötigt

Vor allem die verschiedenen Farben der über 50 Strahler auf den Turm beschäftigen die Menschen in der Stadt. „Wir wurden oft gefragt, warum manchmal das Licht nur weiß ist, oder an einem anderen Tag überwiegend grün leuchtet. Das hängt mit den Sponsoren zusammen“, erklärt Schäfer-Gehrau. So leuchteten Donnerstagabend die Farben rot und blau am Himmel für die Hessische Landesbank und den Flughafen Düsseldorf. Verantwortlich für die Lichtshow ist der Künstler Klaus Gendrung.

Doch was passiert nun in der Zeit nach dem NRW-Fest? Am Montag soll erst einmal wie geplant abgebaut werden. „Bis dahin brauchen wir noch 50.000 Euro an Spenden, um die Kabel und die Technik rauszuholen“, sagt Edmund Spohr von DUS-illuminated. Denn die sind eigens für die Installation aufwendig in den Schacht verlegt worden – allerdings nur provisorisch. „Wenn man sich einigt, die Installation dauerhaft in dem Turm zu verankern, bräuchten wir noch einmal 100.000 Euro.“ Und das nur für eine gesicherte Stromversorgung. Für jeden Abend einer Lichtshow kämen weitere 400 bis 500 Euro an Kosten auf den Betreiber zu, eine ganze Million müsste man in die Hand nehmen, um noch einmal Scheinwerfer etc. dort oben aufzubauen.

„Natürlich kommt es auch immer darauf an, was man da haben will. Jede Installation steht ja dann für sich. Das wäre nur die Technik, die nötig wäre“, so Spohr.

Turm soll alleine stehen

Dabei hofft man auch auf Unterstützung der Stadt. Erst am Mittwoch sei die Ausschüttung der IDR auf vier Millionen erhöht worden, ein Gespräch mit Oberbürgermeister Thomas Geisel steht an. Schwer tut man sich seitens der Bürgerstiftung allerdings mit einem geplanten Vorhaben der IDR. Diese will das Grundstück um den Fernmeldeturm verkaufen. „Wir hätten gerne den Turm als ein Wahrzeichen der Stadt. So funktioniert das aber nicht. Er soll lieber solitär stehen.“ Auch wenn ein Teil des Geldes an die Bürgerstiftung für die neue Verkabelung gehen sollte, ist sich Spohr bereits jetzt sicher: „Wir werden das Geld nicht annehmen.“

Sollte man sich aber mit der Stadt anders einig werden und die Gelder zusammenkommen, würde man sich aber auf eine dauerhafte Installation freuen – das hieße aber nicht, dass das Licht jeden Tag erstrahlt. „Die Installation soll etwas ganz Besonderes sein. Wir würden sie zu besonderen Anlässen wie Stadtfeste oder auch zum Karneval gerne benutzen“, sagt Gendrung.

Bis dahin wird aber wohl noch ein bisschen Zeit vergehen.

Kommentar von Stephan Wappner - Discobeleuchtung für immer? 

Millionen sind nötig, um die Lichtspiele vom Rheinturm aus dauerhaft zu installieren. Da fragt man sich zuerst, ob das Geld für andere Zwecke nicht besser aufgehoben wäre. Immerhin: Düsseldorf-Urgestein Edmund Spohr hat angekündigt, das Spektakel nur zu besonderen Anlässen zu wiederholen. Zum Glück.

Durch ein dauerhaftes Farbenspiel über der Stadt würde der „Rheinkomet“ sein Reiz verlieren. Zudem zeigen sich nicht alle Bürger Düsseldorfs und auch die aus dem Umland entzückt. Viele sind gar genervt von der „Discobeleuchtung“.

 
 

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