Das Verkehrsmittel der Zukunft

Michael Mücke
Auch Verkehrsdezernent Stefan Keller, der den Anteil der Radler erhöhen will, hat sich schon auf ein elektrobetriebenes Dienstfahrrad gesetzt
Auch Verkehrsdezernent Stefan Keller, der den Anteil der Radler erhöhen will, hat sich schon auf ein elektrobetriebenes Dienstfahrrad gesetzt
Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Trotz der jüngsten Initiative der Stadt und der Stadtwerke, der Elektromobilität mehr Saft zu geben, werden es nicht die Elektroautos sein, die hier zuerst das Rennen machen.

Der Verkauf stockt noch, gerade mal ein paar Dutzend Volt betriebene Autos fahren durch Düsseldorf. Dagegen haben Fahrer von E-Bikes und Pedelecs die Nase klar vorn.

Der Absatzmarkt boomt - trotz des noch relativ hohen Preises (um die 1500 Euro) für ein Elektro-Fahrrad (Pedelec). Zwar gibt es keine genauen Zahlen, aber in diesem oder im nächsten Jahr könnte schon 10 000-Marke geknackt werden.

Für die SPD-Fraktion ist dies Grund genug, auf diesen Trend zu setzen und E-Bikes zu einem der wichtigsten Verkehrsmittel für Düsseldorf zu machen. Mit einer Initiative im Rat soll nach einem gemeinsamen Konzept dafür gesucht werden.

Nötig wäre ein Netz von Elektro-Zapfsäulen an Straßen, wo gleichzeitig Fahrradständer aufgestellt sind. Die Radfahrer können dann ihr Pedelec „auftanken“, während sie arbeiten oder zu Hause sind. „Wir wollen die Nutzung von E-Bikes durch die Bereitstellung von Ladestationen sowie sicheren Abstellmöglichkeiten im Bereich von Stadt- und Straßenbahnhaltestellen unterstützen“, betont SPD-Ratsfrau Ursula-Holtmann-Schnieder (SPD), Mitglied im Verkehrsausschuss. „Die Angebote müssen sichtbar, leicht erreichbar und nutzbar sein.“

Anschlussmöglichkeiten seien im öffentlichen Straßenraum bereits ausreichend vorhanden. Als „strategische Partner“ kommen die Stadtwerke, aber auch die Rheinbahn in Frage, die die meisten Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen (Straßen- Stadt-und U-Bahnen) gemacht hat. „Die verfügen über die nötige Logistik“, sagt SPD-Ratsherr Günter Wurm.

Das Netz an Ladestationen müsse etappenweise ausgebaut werden, so Wurm weiter. Auch sei es wichtig, dass Ladestationen neben öffentlichen Gebäuden eingerichtet werden.

An anderer Stelle geht die Stadt bereits mit gutem Beispiel voran. Sie schaffte im vergangenen Jahr die ersten 20 elektrounterstützten Dienst-Fahrräder an. Schließlich könnten gerade mit den Pedelecs, die gerne auch von Senioren und Pendlern genutzt werden, das ehrgeizige Ziel des Rathauses erreicht werden, dass in Zukunft 16 Prozent aller Wege in Düsseldorf mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Bereits jetzt sind es 12,5 Prozent.

Die SPD (wie die anderen Fraktionen und die Bundesregierung übrigens auch) sieht in der Elektromobilität einen „wesentlichen Beitrag zur Energiewende.“ In diesem Punkt sind sich ausnahmsweise alle Parteien mal einig.