Das sind die ältesten Friedhöfe in Düsseldorf

Unter dem Pflaster des Stiftsplatzes verbirgt sich ein Geheimnis:
Unter dem Pflaster des Stiftsplatzes verbirgt sich ein Geheimnis:
Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
In der Landeshauptstadt gibt es viele historische Ruhestätten. Doch um die ältesten Friedhöfe zu finden, muss man genauer nachforschen. Denn der erste Friedhof Düsseldorfs ist heute mit dem bloßen Auge gar nicht mehr zu sehen

Unter dem Pflaster des Stiftsplatzes verbirgt sich ein Geheimnis. Nur die wenigsten wissen, was hier noch vor 200 Jahren zu finden war. Ahnungslos flanieren sie über den grauen Steinboden... Unter dem Platz der Lambertuskirche liegt der erste Friedhof Düsseldorfs verborgen. Obwohl Nord- und Südfriedhof schon über 100 Jahre alt sind, und der Stoffeler Friedhof bereits 135 Jahre zählt, ist – entgegen der Erwartung – keiner von ihnen die älteste Ruhestätte der Stadt. Blickt man in die Geschichte zurück ist die Frage nach dem ältesten Friedhof auch nicht so einfach zu beantworten:

Der erste Friedhof Düsseldorfs befand sich an der Lambertus Kirche in der Düsseldorfer Altstadt. Die Verstorbenen wurden damals im Kirchhof beerdigt, dem heutigen Stiftsplatz. „Die erste urkundliche Erwähnung finden wir im Jahre 1303. Da es die Stadt Düsseldorf aber ja schon vorher gab, ist davon auszugehen, dass die Ruhestätte auch schon vorher existierte“, erklärt Benedikt Mauer vom Stadtarchiv. Mit den Jahren wurde die Stadt aber immer größer. Die Bebauung um die Kirche nahm immer mehr zu. „Im 18. Jahrhundert begann man dann damit, die innerstädtischen Ruhestätten zu schließen und neue am Rande der Stadt zu eröffnen. Grund hierfür waren vor allem die schlechten hygienischen Zustände“, erklärt der Historiker. Heute ist von dem früheren Friedhof auf dem Stiftsplatz nichts mehr zu sehen. „Um 1815 wurde die Grabstätte geschlossen und der Boden planiert“, erklärt Mauer, „die Gräber wurden dabei aber nicht ausgehoben. Man wollte die Grabruhe nicht stören.“ Der Platz wurde so einfach über den Gräbern errichtet. Der Kirchhof um die Lambertuskirche war also der erste Friedhof. Da er aber heute nicht mehr existiert, ist er nicht der älteste. Die Suche geht weiter.

Grabmäler unter Denkmalschutz

Nach der Schließung des Kirchhofs entstand ein neuer Friedhof am Flingertor, im Bereich der heutigen Benrather-/Steinstraße. Der stellte sich jedoch als Hindernis beim weiteren Stadtwachstum heraus und so wurde die Anlage wieder aufgegeben. „Zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt wurde 1805 in dem kleinen Dorf Golzheim eine neue Ruhestätte errichtet“, erklärt Historikerin Dr. Inge Zacher. Viele große Düsseldorfer fanden in der romantisch gestalteten Grünanlage ihre letzte Ruhe, so etwa der Gartenarchitekt Maximilian Friedrich Weyhe, der unter anderem die Königsallee anlegte. „Das Grabmal ist vier mal vier Meter groß und mit einem Zaun umrandet. Unter der Steinsäule befindet sich eine ausgemauerte Gruft, in der nicht nur Weyhe selbst, sondern auch seine Frau und seine Kinder die letzte Ruhe fanden“, erklärt Zacher. Auf dem Friedhof ist außerdem die Ruhestätte des Malers Alfred Rethel, des Architekten Wilhelm von Schadow oder des Dichters Karl Leberecht Immermann zu finden. Zwar existiert der vier Hektar große Golzheimer Friedhof heute noch, seit 1905 finden an der Fischer-/Ecke Kleverstraße aber keine Beisetzungen mehr statt. „Viele der Ruhestätten waren Erbgräber, die im Eigentum der jeweiligen Familien waren. Nachdem es keine Beisetzungen mehr gab, bestanden die Eigentümer darauf, dass die Gräber bestehen bleiben. Aus diesem Grund besteht die Anlage bis heute“, erzählt Zacher. Mit den vielen erhaltenen klassizistischen, neugotischen und neuromanischen Grabmälern zählt der Golzheimer Friedhof heute zu den wichtigsten historischen Friedhofanlage in Nordrhein-Westfalen. Seit 1982 stehen die 350 historischen Grabmäler zudem unter Denkmalschutz. Der Golzheimer Friedhof ist somit die zwar die älteste Ruhestätte in Düsseldorf, jedoch mit der Einschränkung, dass hier nicht mehr bestattet wird. Also geht die Suche weiter.

Begibt man sich in den Süden Düsseldorfs findet man nun endlich den ältesten Friedhof, der noch heute als Ruhestätte genutzt wird: Den Itter Friedhof. Die Anlage wurde um das Jahr 1800 als Friedhof für die katholische Gemeinde Itter angelegt. 1919 kam dann auch ein evangelischer Friedhofsteil hinzu, bevor mit der Eingemeindung nach Düsseldorf 1929 die konfessionelle Trennung aufgehoben wurde. Mittlerweile finden auf der Anlage an der Itterstraße nicht nur Beisetzungen der Stadtteile Holthausen, Itter und Himmelgeist statt, sondern auch aus Garath und Hellerhof. Hinter den zahlreichen neueren Grabstätten ist jedoch noch der ältere Teil des Friedhofs, gekennzeichnet durch seinen schönen alten Baumbestand, zu finden.

 
 

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