Das neue Viertel wächst rasant

Foto: Veranstalter
Die vier Großkräne rotieren im Minutentakt, hieven Stahl- und Betonteile in die Höhe. Auf der Baustelle herrscht rege Betriebsamkeit. Allmählich wachsen die Fassadenteile im Herzen der Altstadt. Immer mehr sind die Konturen des Andreasquartiers zu erkennen.

Altstadt..  Hier reift Düsseldorfs exponiertes Wohnungsbauprojekt samt Büroflächen und Gastronomie. Dafür nimmt die Frankonia Eurobau 290 Millionen Euro in die Hand, die Fertigstellung auf diesem Filetstück zwischen Kö und Uferpromenade ist für Mitte 2015 anvisiert, dabei liegt man laut Investor ganz exakt im Zeitplan.

Waren hier ursprünglich 300 exklusive Wohnungen in fünf- bis siebengeschossigen Häusern sowie im denkmalgeschützten ehemaligen Gebäude von Amts- und Landgericht vorgesehen, „so haben wir jetzt draufgesattelt, denn die Nachfrage ist entsprechend groß“, sagte Frankonia-Niederlassungsleiter Benno Maubach.

Jetzt werden zwei zunächst als Bürohäuser konzipierte Trakte zusätzlich dem Wohnen zugeschlagen. Die Zahl der Einheiten steigt damit auf insgesamt 376.

Mit Rheinblick

Die Größen sind völlig unterschiedlich konzipiert, sie reichen von 30 über 90 bis hin zu wenigen Einheiten mit 350 bis 400 Quadratmetern. Die kleinsten Wohnungen sind für 3500 Euro pro Quadratmeter zu haben, der Durchschnitt liegt bei 6000 Euro. Hier zwei Beispiele: Eine 100-Quadratmeter-Wohnung im ersten Obergeschoss kostet 570 000 Euro, eine im Dachgeschoss mit Rheinblick und 185 Quadratmetern schlägt 1,5 Millionen Euro zu Buche. Die Vermarktungs-Quote liegt derzeit bei etwa 30 Prozent.

Auf der Baustelle im Herzen der Altstadt werkeln derzeit über 250 Arbeiter. Die drei Ebenen der Tiefgarage sind längst „gedeckelt“. Hier entstehen insgesamt 365 Parkplätze, später führen 40 Aufzugsschächte zu den Wohnungen und Büros.

Originalgetreu sanieren

Die Stahl- und Betonierarbeiten schreiten zügig voran, der Rohbau soll im Herbst stehen. Derweil sind die Arbeiten im denkmalgeschützten Gerichts-Komplex fortgesetzt, die Fundamente ausgebessert und sämtliche Rohrleitungen neu verlegt. Restauratoren beschäftigen sich gerade mit den Säulen, Treppenaufgängen und historischen Verzierungen, um sie in akribischer Absprache mit der Denkmalbehörde möglichst originalgetreu zu sanieren.

„Das sind sehr anspruchsvolle Aufgaben, die wir zu bewältigen haben“, betont Maubach. Das repräsentative Portal des Gerichtskomplexes wird das offizielle Entrée fürs Andreasquartier. Hier ist dann auch der Concierge-Service angesiedelt. Gleich nebenan soll’s ein Café und eine Patisserie geben.

Das neue Altstadt-Quartier bekommt zudem einen begrünten Innenhof mit einem Wasserspiel. Auf insgesamt 22 000 Quadratmetern entstehen zudem Büros und Gastronomie. Eine Besonderheit ist das sogenannte „Lifestyle-Haus“ in Richtung Ratinger Straße: ein spitzgiebeliges Bürogebäude mit vier ebenen und einer weitgehend gläserner Fassade.

Das Angebot bereichern

Im Erdegeschoss will man ein innovatives Gastrokonzept in Kombination mit Mode, Sport, Freizeit, Kunst, Entertainment sowie weiteren Attraktionen - dazu laufen derzeit noch Verhandlungen - verwirklichen, um das reichhaltige Ausgeh-Angebot in der Altstadt noch weiter zu bereichern.

Der Investor Frankonia geht auch davon aus, dass sich nach der Fertigstellung des Andreasquartiers mit neuen, festen Strukturen die Situation in diesem Teil der Altstadt wieder verbessert. Wie berichtet, beklagen sich Anwohner und Gewerbetreibende der Neubrückstraße über zunehmende Vermüllung und Sauf-Tourismus.

 
 

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