Das Märchen der Ulla Hahn

Die Bauarbeiten am Ulla-Hahn-Haus in Monheim am Montag den 16.04.2012. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Die Bauarbeiten am Ulla-Hahn-Haus in Monheim am Montag den 16.04.2012. Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool

Monheim.. Die Stadt Monheim baut das Elternhaus der Autorin um. Zudem wird ein nach ihr benannter Autorenpreis vergeben.

Eine Reise in die Vergangenheit und Zukunft zugleich durchlebte am Montagvormittag Ulla Hahn. Die Buchautorin, aufgewachsen in Monheim, weilte in ihrer einstigen Heimat. Um ihr Elternhaus zu besichtigen und um ein neues Projekt vorzustellen. Die ehemaligen vier Wände an der Neustraße sind längst nach der mittlerweile in Hamburg lebenden Autorin benannt, die ihre Kindheit und Jugend in Monheim in den Romanen „Das verborgene Wort“ und „Aufbruch“ thematisierte.

Die Stadt Monheim baut ihr Elternhaus derzeit zu einem Sprach- und Leseförderzentrum aus. Zum Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, Hahn nahm die Bauarbeiten bei einem Besuch selbst in Augenschein. „Es kommt mir märchenhaft vor, wenn ich sehe, wie das Haus für die Zukunft gerüstet wird. Etwas schöneres kann es nicht geben. Da kann man sehen, was aus Literatur entstehen kann“, sagte sie bewegt.

Die inhaltliche Arbeit des Ulla-Hahn-Hauses hat indes schon längst begonnen, wird von Julia Gerhard geleitet, die die Projekte zur Lese- und Schreibförderung von Kindern und Jugendlichen leitet.

Den Nachwuchs im Blick

Gemeinsam mit der Mitstreiterin stellte Hahn am Montag auch das Konzept zum neu ins Leben gerufenen „Ulla-Hahn-Autorenpreis“ vor, der Nachwuchs-Schriftsteller mit ihren Erstlingswerken im Fokus hat.

Dieser Förderpreis wird im Zwei-Jahres-Rhythmus ausgelobt, ist von der „Stiftung Monheim“ der Stadtsparkasse Düsseldorf mit 6000 Euro dotiert. Diese beteiligte sich mit bislang rund 100 000 Euro an den Arbeiten rund um das Ulla-Hahn-Haus. „Der Förderpreis ist der Glanzpunkt in dem Projekt“, so Roland Liebermann, Vorsitzender der Stiftung.

Ulla Hahn weiß selbst um die Schwierigkeiten zum Start einer jungen Autorenkarriere: „6000 Euro sind eine Menge Geld. Das hilft auf jeden Fall. Sein Gewicht bekommt der Preis aber auch durch die hochkarätig besetzte Jury.“

Neben der längst zu einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen avancierten Hahn wirken auch Maren Jungclaus (Literaturbüro NRW, Brigitte Labs-Ehlert (Literaturbüro Ostwestfalen-Lippe), Swantje Lichtenstein (Schriftstellerin und Dozentin an der FH Düsseldorf), Martin Kordic (Schriftsteller und Lektor) sowie die Fachjournalisten Lothar Schröder und Hajo Steinert. Die Jury kommt am 29. Juni in Monheim zusammen, um den Preisträger zu ermitteln, dieser wird im November vorgestellt.

Die neun Nominierten für den Ulla-Hahn-Autorenpreis 2012:

Astrid Rosenfeld mit „Adams Erbe“;

Dorothee Elminger mit „Einladungen an die Waghalsigen“;

Judith Zander mit „Dinge, die wir heute sagten“;

Mara Genschel mit „Tonbrand Schlaf“;

Mariam Kühsel-Hussaini mit „Gott im Reiskorn“;

Nadja Küchenmeister mit „Alle Lichter“;

Olga Grjasnowa mit „Der Russe ist einer, der Birken liebt“;

Sabrina Janesch mit „Katzenberge“;

Sebastian Polmans mit „Junge“.

 
 

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