Daniel Decker vor dem Open Source in Düsseldorf

Thomas Hag
Daniel Decker.
Daniel Decker.

Düsseldorf. Um 17.30 Uhr wird er am Samstag beim Open Source Festival an der Galopprennbahn in Düsseldorf auf der Young Talent-Bühne stehen: Daniel Decker, Sänger, Gitarrist und Songschreiber, früher in Düsseldorf, derzeit in Köln wohnhaft.

Als junges Talent mag man ihn ja bezeichnen können, aber Daniel Decker macht schon seit Jahren von von sich reden, unter dem Namen Pawnshop Orchestra, den er abgelegt hat, weil er dauernd falsch geschrieben wurde, als Labelbetreiber oder als Bassist bei er france. Am Samstag tritt er um 17.30 Uhr beim Open Source Festival an der Galopprennbahn auf.

Der weiße Wal

Für die Kiesgroup hat er Gitarre gespielt. „Enklave“ heißt seine aktuelle CD mit fünf Stücken, und vielleicht fühlt sich Decker auch so, wie ein kleines Staatsgebiet, das von anderen eingeschlossen wird, also irgendwie bedrängt. Das ist eine klassische Haltung, aus der man gute Lieder machen kann, und das tut Decker auf „Enklave“ auch. Ein zorniger, aber auch melancholischer junger Mann.

Die fünf Songs, im Bilker Wildwood Studio aufgenommen, sind stilistisch weit gefächert, auch ein Vorgeschmack auf das kommende neue Album, das „Weißer Wal“ heißen soll. Das Titelstück, ein Rocker, wie ihn auch Guided by Voices hätten schreiben können, gibt den Ton an, der bei „Die Geister, mit denen ich schlief“ gegen Moll tendiert.

Video mit Horror-Szenen

Auf seiner Website hat Decker dazu ein Video mit Szenen aus dem Kult-Horrorfilm „Carnival of Souls“ montiert, der als „public domain“ frei zur Verfügung steht. Er hat schon Stil, dieser Daniel Decker und dazu gehört auch eine deutsche Version von Bronski Beats „Smalltown Boy“, der hier als „Vorstadtjunge“ nicht im Falsettgesang des Originals, sondern fast gesprochen daherkommt. Sicher eine weise Entscheidung. „Langsames Gift“ schleicht sich dem Titel entsprechend heimlich an, um sich letztendlich in Wohlgefallen aufzulösen.