Bunter Bunker: Offener Brief an die Stadt

Der Bunker an der Aachener Straße/Karolingerstraße, der abgerissen werden soll.
Der Bunker an der Aachener Straße/Karolingerstraße, der abgerissen werden soll.
Foto: Kai Kitschenberg
Die Pro-Bunker-Initiative in Bilk lässt nicht locker. Die Abrissgegner weisen auf eine Erhaltungssatzung hin, die vom Düsseldorfer Rat im August 1989 beschlossen worden war. Sie behaupten, der Baubescheid sei unter fragwürdigen Umständen zustande gekommen.

Düsseldorf..  Die Frauen und Männer, die sich der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Bilker Bunkers angeschlossen haben, lassen nicht mehr locker. Weil Oberbürgermeister Dirk Elbers einer Einladung zum Ortstermin an der Aachener Straße/Ecke Karolinger Straße bislang nicht gefolgt ist, legen die Abrissgegner nun nach. Sie haben einen dreiseitigen, offenen Brief an die Verwaltung und an die zuständige Bezirksvertretung 3 verfasst. Darin wird an eine Erhaltungssatzung hingewiesen, die vom Rat der Stadt im August 1989 beschlossen worden war, auf deren Basis der Abriss des bunten Bilker Bunkers nun verhindert werden soll. „Wir fordern alle Fraktionen auf, der besonderen Situation Rechnung zu tragen, die Satzung zu respektieren und alle möglichen Schritte zum Bunkererhalt zu unternehmen“, sagt Peter Schulz, Begründer der Initiative.

Die Investorfirma, die Düsseldorfer Emscher Wohnen GmbH plant, den Bunker durch Lockerungssprengungen abzutragen und an dieser Stelle hochpreisiges Wohnen anzubieten (die NRZ berichtete). Eigentlich sollte schon in diesem Monat die Abrissbirne schwingen, aber es gibt Verzögerungen. Mittlerweile liegt dem Bauamt das zweite Abbruchkonzept vor.

Bewilligung unter falschen Voraussetzungen

In dem offenen Brief erklären die Abrissgegner, dass bereits „bei der durch die BV 3 genehmigten und von der Verwaltung positiv beschiedenen Bauvoranfrage das Grundstück Aachener Straße 39 betreffend auf die Erhaltungssatzung verwiesen wurde“. Der Bauvorbescheid sei „unter fragwürdigen Umständen zustande gekommen“. Es sei erst nach Aufforderung der Bauaufsicht ein Plan zur Erstellung der notwendigen Pkw-Stellplätze eingereicht worden, „der so allerdings gar nicht realisierbar ist“. Schon allein deshalb sei die Bewilligung unter falschen Voraussetzungen zustande gekommen. Zudem sei das zweite Abrisskonzept, das der Initiative vorliegt, „in sich widersprüchlich und in weiten Bereichen völlig unzureichend“.

Bereits Ende Januar hat der Bilker Peter Schulz 1000 Unterschriften von Abrissgegnern den Politikern in der BV 3 vorgelegt. Der 61-Jährige ist zudem Initiator einer Online-Petition, die auf der Webseite www.bilker-pro-bunker.de mehr als 1200 Unterstützer gefunden hat. Für Schulz ist der in den Jahren 1942 bis 1944 errichtete Bunker mit insgesamt fünf Stockwerken Mahnmal und Kunstwerk zugleich. „Die Bedeutung besteht darin, dass der Bunker 1995 unter sehr engagierter Mitwirkung der Stadt und der Bilker Bürger von Klaus Klinger und einer internationalen Künstlergruppe mit einem großflächigen Gemälde zum Mahnmal gegen den Kriesgwahnsinn gestaltet wurde. Es wurde ein Zeichen gesetzt, sowohl für Völkerverständigung als auch für ein friedliches Miteinander im Stadtteil.“

Darüber hinaus wird im Brief der Pro-Bunker-Initiative auf eine weitere Problematik – neben der fehlenden Sicherheit für die Kindergartenkids und die Eleven der Clara-Schumann-Musikschule im Hinterhof – hingewiesen. Denn sollte es zum Abriss kommen, seien „erhebliche Schäden an den umliegenden Häusern nicht zu vermeiden“.

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