Bürgermeister Schneider will vor aller Augen abdanken

Langenfeld..  Der Langenfelder Bürgermeister Frank Schneider will am Altweiberdonnerstag erstmals auf großer Bühne abdanken. Statt wie bisher bei der fürs breite Publikum unzugänglichen Rathaus-Party wird das Stadtoberhaupt die Schlüsselübergabe an Prinzessin Claudia I. und Kinderprinzessin Pia I. v o r dem Verwaltungsbau zelebrieren. „Wir möchten damit das gesamte Geschehen mehr ins Licht der Öffentlichkeit rücken“, begründet der städtische Citymanager Jan Christoph Zimmermann die Popularisierung dieses für Karnevalisten hochprotokollarischen Akts.

Damit verbunden ist eine Verlagerung des gesamten Bühnenprogramms vom Marktplatz vors Rathaus. Eröffnet wird der Spaß am 12. Februar um 11 Uhr von den besseren Hälften der großen und kleinen Tollitäten. Wie üblich werden mehrere Garden ihre Tänze aufführen. Hinzu kommen närrische Musikanten und die Abordnungen von Festkomitee und Karnevalsvereinen mit ihren Ordensverleihungen. Die Reden von Prinzessinnen und entthrontem Stadthäuptling indes sind erstmals richtig öffentlich zu vernehmen. „Die Mitwirkenden haben diese Wahrnehmung ihrer kreativen Ideen verdient“, findet Zimmermann.

Nichts ändern wird der Ortswechsel an einer unumstößlichen Wahrheit: Am Aschermittwoch ist alles vorbei, die Rathausschlüssel wandern zurück an den Bürgermeister.

Bestand haben wird auch das bewährtes Alternativprogramm für den Nachwuchs, mit dem Jugendamt und Jugendeinrichtungen an Altweiber aufwarten. So steigt im Kinderhaus am Winkelsweg 38 eine Karnevalsparty für 6- bis 14-Jährige. Von 12 bis 18.30 Uhr wird gemeinsam gegessen, dekoriert, gespielt und gefeiert, Verkleidung und Schminken natürlich inklusive. Der Eintritt ist frei, weitere Informationen gibt es unter 02173 98172.

Mit Suppe aufpäppeln lassen

Im Jugendzentrum an der Fröbelstraße 17 eröffnet um 12 Uhr ein „Karnevalscafé“. Hier können sich Jugendliche ab 13 Jahren mit einer Suppe aufpäppeln lassen oder alkoholfreie Getränke zu sich nehmen. Laut Rainer Kiewe vom städtischen Betreuerteam hat es im Jugendzentrum in den vergangenen Jahren stets eine anständige Party gegeben. So soll es auch in dieser Session wieder sein. Um den Alkoholkonsum von Jugendlichen einzudämmen und gegebenenfalls zu helfen, werden Mitarbeiter der „Aufsuchenden Jugendarbeit“ in der Stadtmitte unterwegs sein.

Wie immer Präsenz zeigen werden an Altweiber auch der städtische Ordnungsdienst und die Polizei. Bei Verdacht auf Konsum von Alkohol, der für ihre Altersklasse verboten ist, werden Jugendliche nach Worten von Ordnungsamtschef Christian Benzrath durchgecheckt und die Inhalte verdächtiger Flaschen in der Kanalisation entsorgt.

Außerdem kündigte er Kontrollen und Testkäufe im Einzelhandel an: „Wer gegen die Jugendschutzbestimmungen verstößt, dem drohen empfindliche Bußgelder.“ Wegen solcher Maßnahmen habe es in den vergangenen Jahren deutlich weniger minderjährige „Alkoholleichen“ gegeben als vor der Offensive gegen den Suff.

Gelassen dem Straßenkarneval entgegen sieht auch die Polizei. „Vereine und Sicherheitskräfte arbeiten hier in Langenfeld bewundernswert routiniert zusammen“, lobt Jörg Feistner von der Kreispolizei. Nach Angaben des Festkomitees sind beim Innenstadtzug am Karnevalssamstag ab 14.11 Uhr allein 300 der rund 1500 aktiven Zugteilnehmer für die Sicherheit da.

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