Bürger können Düsseldorfer Tour-de-France-Strecke testen

Christine Holthoff
Ein Erinnerungsfoto für Mama: Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke schießt ein Bild von ihrem Sohn, Radprofi Ruben Zepuntke, und Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme.
Ein Erinnerungsfoto für Mama: Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke schießt ein Bild von ihrem Sohn, Radprofi Ruben Zepuntke, und Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme.
Foto: Christine Holthoff
Der Grand Départ wirft seine Schatten voraus: Neben einer Marketing-Kampagne wird es ein Jedermann-Rennen auf einem Teil der zweiten Etappe geben.

Düsseldorf. Der Plan für den Radwegeausbau steht, jetzt zielt die Stadt auf das Bewusstsein ihrer Bürger – und will mit der neuen Kampagne „Radschlag“ mehr Leute zum Umsteigen aufs Fahrrad bewegen. „Sie sollen erkennen, dass das Fahrrad das Verkehrsmittel der Wahl ist. Gerade in einer Stadt wie Düsseldorf, wo es immer enger zugeht und man mit dem Auto wegen der vielen Baustellen kaum vorankommt“, sagte am Donnerstag Oberbürgermeister Thomas Geisel bei der Vorstellung im Rathaus. Die Vorteile des Radfahrens lägen auf der Hand: gesund sei es, außerdem umweltfreundlich, raumsparend und effizient.

Neue App mit Rad-Navi

„Wir wissen, dass die Bedingungen in Düsseldorf noch nicht perfekt sind“, sagte Verkehrsdezernent Stephan Keller, „wir wollen die Probleme aber in einem überschaubaren Zeitrahmen lösen.“ Neben dem Bau von Radwegen und Stellanlagen gehöre dazu auch ein Radnetzplan und gut erkennbare Wegweisungen. Neu ist zudem die Radschlag-App, die unter anderem eine Navigation beinhaltet, die speziell für das Düsseldorfer Radnetz entwickelt wurde. Außerdem bietet die App Radtouren, Informationen zu Baustellen und Adressen von Fahrradhändlern, -werkstätten, -verleihern und E-Bike-Stationen. Die Kampagne wird in den kommenden Tagen auf Plakaten im gesamten Stadtgebiet zu sehen sein. Außerdem läuft in den Kinos ein animierter Spot, der auf „Radschlag“ aufmerksam machen soll.

Tour de FranceRückenwind für die Kampagne erhofft sich Geisel vom Grand Départ der Tour de France 2017, für den Düsseldorf den Zuschlag erhalten hatte. Zum Grand Départ gehört auch der Start der zweiten Etappe, die von der Berliner Allee über Grafenberg und Gerresheim bis ins Neanderthal führen wird. Radsportfans können aber nicht nur im Sommer 2017 am Rand dieser Strecke stehen, sondern schon in diesem Jahr einen Teil der zweiten Etappe selbst zurücklegen. Beim Jedermann-Rennen am Sonntag, 18. September, führt das „Race am Rhein“ von der Düsseldorfer Innenstadt zur ersten Bergwertung am Gallberg, anschließend über Gerresheim in Richtung Erkrath, Mettmann und über die Bergische Landstraße wieder zurück in die Landeshauptstadt.

Race am Rhein auch für Einsteiger

Mitmachen kann jeder, der ein Fahrrad besitzt. Eine Lizenz ist nicht nötig. Die Teilnehmer haben dabei die Wahl zwischen zwei Distanzen: Die Strecke über eine Runde (46 Kilometer) ist für Einsteiger und Gelegenheitsfahrer gedacht. Voraussetzung ist eine Mindest-Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunden. Wer etwas mehr Ambitionen hat, kann auch die doppelte Streckenlänge wählen und zwei Runden bei einer Geschwindigkeit von mindestens 30 Kilometern pro Stunde zurücklegen. Interessierte können sich kommenden Montag unter www.raceamrhein.de anmelden.

Parallel zum Jedermann-Rennen findet der traditionsreiche Wettbewerb „Rund um die Kö“ statt. Dabei gehen Nachwuchsklassen und Amateure mit Lizenz an den Start. Insgesamt werden rund 500 Fahrer erwartet. Zuvor messen sich außerdem rund 350 der besten Nachwuchsfahrer Deutschlands bei den Rennen der U19 und U23.

Dass all diese Aktionen sowie der Grand Départ selbst dem Fahrrad neuen Zulauf bescheren können, betonte Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme. In Yorkshire habe etwa ein Viertel derjenigen, die vorher gar kein Rad fuhren, umgesattelt. Er selbst wolle bei seinem nächsten Besuch in Düsseldorf mit gutem Beispiel vorangehen: „Dann werde ich die Radschlag-App nutzen.“