Buddha gegen den Rest der Welt

Der deutsch-chinesische Medienkünstler André Chi Sing Yuen. Foto: Uwe Schaffmeister
Der deutsch-chinesische Medienkünstler André Chi Sing Yuen. Foto: Uwe Schaffmeister
Foto: Uwe Schaffmeister / WAZ Fotopool

Düsseldorf.. Verschleierte Frauen, moderne Wissenschaftlerinnen. Die Mond-Landung, der Platz des himmlischen Friedens in Peking und Soldaten am Hindukusch. Der 9. September, New York. Geschäftsleute in London. Business, Mode, Kunst. Serge Gainsbourg, Muhammad Ali, Buddha und Shakespeares tragischer Held Othello. Tanz, Theater. Hongkong, Paris. Und mittendrin André Chi Sing Yuen. Der Mann sieht gelassen aus. Er beherrscht das vermeintliche Chaos. „Es geht um Weltrelevanz“, sagt er cool.

Malen, pixeln,
sprühen

André Yuen ist in drei Kulturen zu Hause. In Düsseldorf, hier wohnt er. In New York, dort lebt die Familie. Und in Hongkong, wo die Wurzeln des deutsch-chinesischen Medienkünstlers liegen. Hier fühlt er sich geistig zu Hause. Die Lehren Buddhas begleiten ihn schon lange und stehen auch jetzt im Zentrum der Ausstellung „Flow - Die permanente Entwicklung“. „Da scheint meine asiatische DNA durchzuknallen“, grinst Yuen.

Gerade ist er zu Gast in der Galerie von Fraunberg. Mit Bildern, eigentlich Collagen, die am Computer aus Fundstücken entstehen. Hierfür erweist sich Yuen als urdeutscher Jäger und Sammler. Er hortet Auszüge aus Magazinen, Zeitungen, Fernsehen und Internet, Fotos, Texte, Grafik, Malerei, Film und Video. Dabei interessiert er sich für sämtliche Bereiche. Für Politik und Wissenschaft ebenso wie für Kunst und Soziales. Am PC stellt er dann alles zusammen und bearbeitet das Ergebnis elektronisch. Er pixelt, verwischt, zeichnet, malt, sprüht und tupft, vereint, trennt und färbt. So entstehen Großformate, die Serien oder auch begehbare Installationen werden. Bilder einer globalisierten Welt, von denen jedes eine Geschichte erzählt, die aber auch in einem Gesamtzusammenhang stehen. Einige der Computer-Gemälde sind beleuchtet. Manche blinken im Sekundentakt. „Das Bild atmet“ sagt Yuen dann.

Yuen definiert sein Schaffen als moderne Malerei und sieht sich in Nachfolge von Künstlern wie Jackson Pollock. Vorbild ist Nam June Paiks Digital-Art. Aber vor allem ist Yuen eins. Er ist Philosoph. Bei jedem Schritt stößt man auf Texte Buddhas und anderer religiöser Vordenker, die Yuen in Auszügen in seine Werke integriert. Themen können etwa Gier und globale Wirtschaft sein. Oder die Aufgaben des Einzelnen in einer Welt: Gemeinwohl über Egoismus, lautet die Idee. „Me We“ zitiert Yuen Muhammad Ali.

Im Grunde geht es um das Ziel weltweiter Harmonie, sagt Yuen. Ob Asien, Amerika oder Europa; Überall sehnten sich die Menschen nach Frieden. „Jeder fragt sich doch: Wer sind wir? Wo geht es hin? Ich bin Idealist“, betont der Künstler mit der ruhigen Stimme. Denn: „Die Lösung für alle Probleme ist da. Es muss nur allen gut gehen.“

„Buddha übte sich vom Begehren frei zu sein“, steht auf einem Bild mit der Leitfigur vor leuchtend pinkem Hintergrund. „Und mit diesem tugendhaften Streben verband er den Wunsch, dass alle Menschen einander lieben mögen.“ Vorn, im Eingangsbereich, läuft ein Video. Mit dem Kollegen Frank Schablewski liest André Yuen religiöse und philosophische Texte, dazu flackern seine Bilder über die Wand. Ein schönes Schauspiel. Geschichten von einer besseren Welt.

 
 

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