Bordell-Besitzer bietet Puffs als Flüchtlings-Unterkunft an

Schon seit Monaten läuft das Geschäft in den Bordellen an der Rethelstraße in Düsseldorf nicht mehr.
Schon seit Monaten läuft das Geschäft in den Bordellen an der Rethelstraße in Düsseldorf nicht mehr.
Foto: WAZ FotoPool
An der Düsseldorfer Rethelstraße wird es keine Bordelle mehr geben. Der Puff-Besitzer hat der Stadt die Lokale als Flüchtlingsunterkunft angeboten.

Düsseldorf.. Schon seit Monaten läuft nichts mehr in den Bordellen an der Rethelstraße – und so soll es auch bleiben. „Wir werden keine Bordelle mehr an der Rethelstraße genehmigen“, sagte Karl-Heinz Schrödl, stellvertretender Leiter des städtischen Bauaufsichtsamtes.

Der Eigentümer hat inzwischen eine klare Absage von der Stadt bekommen – die Rethelstraße wird zumindest im Bereich der drei früheren, miteinander verbundenen Bordell-Häuser künftig verkehrsberuhigte Zone bleiben. Jetzt gibt es andere Pläne für die knapp 1000 Quadratmeter großen Räumlichkeiten, in denen es seit Jahrzehnten und zuletzt unter Rotlicht-Ikone Bert Wollersheim hoch herging und geschäftiges Treiben herrschte.

Stadt Düsseldorf muss Konditionen des Puff-Vermieters prüfen

Der Besitzer hat die Räume der Stadt Düsseldorf angeboten und vorgeschlagen, hier Flüchtlinge unterzubringen. Die Stadt hat Interesse und prüft dieses Angebot. „Wir haben aber noch nicht konkret mit dem Eigentümer gesprochen“, sagte Stadtsprecher Bergmann. Es gibt also nichts Konkretes. Wichtig seien auch die Konditionen. Ob Stadt und Puff-Vermieter auf einen Nenner kommen, muss ausgelotet werden. Denn dass die Stadt kaum so hohen Mieten zahlen kann wie die bisher so einträchtigen Vergnügungslokale monatlich hingeblättert haben, dürfte klar sein.

Das Interesse bei der Stadt jedenfalls ist grundsätzlich da. Und auch die ersten Politiker zeigen sich angetan von der Idee, aus dem Bordell ein Flüchtlingsheim zu machen: Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten sind in der unmittelbaren Umgebung vorhanden.

Ehrenamtliche Flüchtlings-Helfer können sich online bewerben

Unterdessen informierte sich am Freitag Weihbischof Dominikus Schwaderlapp über die Situation von Flüchtlingen in Düsseldorf. Er besuchte mit der städtischen Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch die Flüchtlingsunterkunft an der Lacombletstraße in Derendorf.

Die Stadt zeigte ihm extra keine „Vorzeigeeinrichtung“ um die Situation nicht zu beschönigen. Der Beauftragte für den Pastoralbezirk Nord des Erzbistums Köln, zu dem auch die Landeshauptstadt Düsseldorf gehört sprach mit Miriam Koch insbesondere über die Unterbringungssituation und die neue Konzeption für die Vernetzung von haupt- und ehrenamtlicher Betreuung.

Miriam Koch freut sich über die enorme Hilfsbereitschaft der Düsseldorfer für Flüchtlinge. Seit Freitag finden ehrenamtliche Helfer auf der städtischen Internetseite einen kurzen Fragebogen zum Thema ehrenamtliches Engagement. Dieser kann online ausgefüllt und direkt an Miriam Koch verschickt werden. Alle eintreffenden Fragebögen werden aufgenommen. Ziel ist es, alle Ehrenamtlichen nach ihren Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechend einzusetzen.

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