Black Bismarck und die Folgen

Die Verschleppung von Menschen, Landraub, Ausplünderung von Ressourcen, Zwangsarbeit, Krieg und Genozid - der deutscher Kolonialgeschichte ist das Theaterkollektiv Andcompany&co auf der Spur. Ihre Bühnenreise führt ins Berlin des späten 19. Jahrhunderts. 1884/1885 lud Reichskanzler Otto von Bismarck zur sogenannten Kongokonferenz. Hier teilten die europäischen Großmächte den afrikanischen Kontinent am Reißbrett untereinander auf. Die Grenzen bestehen zu einem großen Teil noch heute. Was außerdem von Bismarcks Kolonialpolitik geblieben ist, hat das Theaterkollektiv untersucht und bringt das Ergebnis am 17. und 18. Januar als Performance „Black Bismarck“ im FFT-Juta (Kasernenstraße 6) auf die Bühne.

30 Jahre lang herrschte Deutschland über Gebiete des heutigen Togo, Kamerun, Namibia, Tansania, Burundi und Ruanda. Mit den Folgen des Kolonialismus beschäftigt sich die neue Reihe „Decolonize!“ im Forum Freies Theater. Das Stück „Black Bismarck“ wird von Vorträgen und einem Film begleitet. So widmen sich Mokoari Street Productions in „Rheinland“ der Geschichte der afrikanischen Kolonialsoldaten, die bis 1919 im Rheinland stationiert waren. Insgesamt sollen es zwischen 25 000 und 40 000 Menschen gewesen sein. Der Film erzählt die Geschichte der „Rheinlandkinder“ durch die Augen des 12-jährigen Joachim (18. Januar, 18 Uhr).

Weitere Beiträge präsentieren Theatermacher wie Gintersdorfer/Klaßen, Theatercombinat und Helena Waldmann in den nächsten Monaten.

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