Bilker Bunker soll Denkmal werden

Der Bunker an der Aachener Straße /Karolingerstraße soll abgerissen werden.
Der Bunker an der Aachener Straße /Karolingerstraße soll abgerissen werden.
Foto: Kai Kitschenberg
Im Kampf um den bunten Bunker in Bilk haben die Abrissgegner einen Etappensieg errungen. Der Landschaftsverband Rheinland beantragte bei der Stadt jetzt eine Unterschutzstellung des Klotzes, dessen Fassade das große Wandbild des Düsseldorfer Malers Klaus Klinger ziert.

Düsseldorf..  „Wenn der Bunker unter Denkmalschutz gestellt wird, kann er zwar immer noch abgerissen werden, aber es wird praktisch immer schwieriger, das auch durchzukriegen“, sagt Peter Schulz von der Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des Bunkers einsetzt. Er spricht von einem „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“. Nur: „Zum Feiern ist es noch viel zu früh!“

Die Investorfirma, die Düsseldorfer Emscher Wohnen GmbH, plante bislang, den Bunker durch Lockerungssprengungen abzutragen und an dieser Stelle hochpreisiges Wohnen anzubieten. Mittlerweile liegt dem Bauamt das zweite Abbruchkonzept vor. Indes haben sich die Abrissgegner in Bilk an die Untere Denkmalbehörde gewandt. Der daraufhin eingeschaltete LVR schickte vor ein paar Wochen eine Prüfungskommission nach Bilk, die wiederum befand: Dieser Bunker gehört unter Schutz gestellt!

Bereits Ende Januar hatte Peter Schulz 1000 Unterschriften von Abrissgegnern den Politikern in der BV 3 vorgelegt. Der 61-Jährige ist zudem Initiator einer Online-Petition, die auf der Webseite www.bilker-pro-bunker.de mehr als 1200 Unterstützer gefunden hat. Für Schulz ist der in den Jahren 1942 bis 1944 errichtete Bunker Mahnmal und Kunstwerk zugleich. Darüber hinaus weist die Pro-Bunker-Initiative immer wieder auf eine weitere Problematik hin: die fehlende Sicherheit für die Kindergartenkinder und Kids der Clara-Schumann-Musikschule im Hinterhof, wenn es denn zum Abriss kommen sollte – und somit zu einer Riesenbaustelle.

Schriftsteller wendet sich an Stadt

Während nun die Anträge auf den Schreibtischen der Behörden bearbeitet werden, richtet sich ein altbekannter Düsseldorfer mit einem eindringlichen Plädoyer an die Stadt. „Es gibt Bauten, die nicht verschwinden dürfen“, sagt Schriftsteller Dieter Forte, der mittlerweile in Basel lebt. Als das Haus, das zuvor dort stand, wo jetzt der Bunker steht, „mitsamt seinen Menschen zerfetzt wurde, saß auch ich ein paar Ecken weiter im Keller.“ Es ginge aber nicht um die persönliche Erinnerung, so der 78-Jährige, nach dem in Eller eine Gesamtschule benannt wurde. „Wenn Ortsfremde von mir den Luftkrieg erklärt haben wollten, zeigte ich ihnen die Hochbunker in Bilk. Sie verstanden und hatten keine Fragen mehr. Lassen wir den Bunker stehen.“

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